Vernissage of „Picture(s) Now“ on 03.03.2017

„Picture(s) Now – Constructions of Temporality since Social Media“

We photograph to remember. We photograph to forget. Every picture we take ensures that we have something to return to should the moment it depicts slip from our minds. We don’t store snapshots in old photo albums anymore: Rather, apps turn the photographic documents into a constant flow of pictures which first and foremost share our iterations of the present. Uploaded in digital environments, information is added and new contexts affect their meaning, changing not only concepts of remembering and archiving, but the very „memory“ of the material that we use.

The international group exhibition “Picture(s) Now: Constructions of Temporality since Social Media” gathers works which tackle the mediation of the moment within image based media. In addition the products of the workshop „Instant : Document“ will be implemented in the exhibition. The workshops allows students of Shenkar College and University of Applied to work with artists Alexandra Heide and Daniel Neubacher in order to create their own image based constructions of the moment.

Vernissage: Friday 03.03.2017 I 19:00h
Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

Opening Party: Friday 03.03.2017 I 21:30h
ACUD MACHT NEU, Veteranenstraße 21, 10119 Berlin

Opening hours: 04.03.-02.04.2017
Tuesday – Sunday 11 am – 7pm I Thursday 11 am – 8pm
Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, 10623 Berlin

Call for Proposals: Update: Panel „Fotografie und Display“ der AG Fotografieforschung zur GfM-Jahrestagung 2017

UPDATE des Calls:
Panel „Fotografie und Display: Zur Zugänglichkeit digitaler Fotografien“ der AG Fotografieforschung im Rahmen der Jahrestagung 2017 der Gesellschaft für Medienwissenschaft, 04. bis 07.10.2017, FAU Erlangen-Nürnberg.

Fotografie ist gemeinsam mit den digitalen Displays heute allgegenwärtig geworden. Sei es als Bild im Display der Foto-Kamera oder auf dem Display des Smartphones. Als Werbefotografie auf den Bildschirmen in Bahnhöfen bis hin zur Fotografie als Teil von e-Publikationen auf Tablets. Wenn man heute mit Fotografien zu tun hat, ist immer auch das Display (mit) im Bild. Den Funktionen und Aufgaben von Fotografien und Displays sowie den Bedingungen, denen die Zugänglichmachung und Erzeugung von Fotografien im Display unterliegt, möchte das Panel nachgehen.

Wir bitten um Vorschläge für 20minütige Beiträge für das Panel.

Hinter diesem Link können Sie den vollständigen CfP laden:
CfP_Fotografie und Display_GfM2017

Einreichungen müssen bis zum 05.03.2017 eingegangen sein, bitte an:

Winfried Gerling (gerling@fh-potsdam.de)
Jens Ruchatz (ruchatz@staff.uni-marburg.de)
Anne Badorreck (anne.badorreck@ruhr-uni-bochum.de)
Daniel Bühler (d.buehler@b-tu.de)

Wir freuen uns auf die Einsendungen!

Noch einmal zum Fotobuch – Skizze und Kritik des Forschungsfelds

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Einer der besprochenen Bände aus dem Steidl-Verlag

In den letzten Jahren ist die gedruckte Fotografie stärker in den Mittelpunkt der fotogeschichtlichen Forschung gerückt. Das ist sicherlich überfällig, denn die Ubiquität der Fotografie, ihre immense und kulturprägende Verbreitung im 20. Jahrhundert, ist weniger den fotochemisch erzeugten Abzügen zuzurechnen als den photomechanisch vervielfältigten Bildern, die auf Plakaten oder Prospekten, in Büchern oder in Zeitschriften, selbst auf Bechern oder T-Shirts erscheinen. Dass man sich der in Druckform verbreiteten Fotografie widmet, bedeutet also grundsätzlich eine Zuwendung zu den populären und massenmedialen Gebrauchsweisen des Mediums. Es sollte außer Frage stehen, dass es sich hier um ein zentrales Forschungsfeld auch der medienwissenschaftlichen Fotografieforschung handeln muss, insofern sich die Fotografie hier mit anderen Medien – der Zeitschrift, dem Buch, dem Flugblatt oder dem Plakat – verbindet, wir also mit dem Phänomen von Medien in Medien zu tun haben. Was passiert mit der Fotografie, wenn sie im Kontext des Buchs auftaucht? Was bedeutet es für die Zeitschrift, wenn sie fotomechanisch reproduzierte Fotografien aufnimmt?https://steidl.de/assets/images/-UTQ3ZS2XJH72dkY3BmJudWbt4O3q,XlLGyoa52bGPBsX++EB25hMdDdBVL8fitBkWdaBM,L3bnk=/9783869304335_1.jpg.jpg

Wie ich auf diesem Blog schon dargelegt habe, scheint es mir vor diesem Hintergrund umso irritierender, in welche Richtungen sich die aktuelle Fotobuchforschung bewegt. Um den problematischen Fokus auf die ästhetische Nobilitierung weiter zu problematisieren, habe ich im vergangenen Jahr für eine Sammelrezension der Zeitschrift MEDIENwissenschaft: Rezensionen | Reviews einige derjenigen Anthologien besprochen, die das Feld der Fotobuchforschung in den letzten Jahren definiert haben. Nun stelle ich hier eine erheblich erweiterte und in ihren theoretischen Kontextualisierungen vertiefte Version zur Verfügung, um die Debatte über das Fotobuch stärker auf dem Terrain der Medienwissenschaft zu führen. Eine Diskussion zum Thema erscheint mir wichtig, um die medienwissenschaftliche Position in der Fotografieforschung deutlich und für die zukünftige Ausrichtung des Feldes produktiv zu machen.

Fotogeschichte: „Business mit Bildern“

Cover der neuen Ausgabe des Journals „Fotogeschichte“, Nr. 142, Winter 2016.

Die neue Ausgabe des Fachjournals „Fotogeschichte“ befasst sich mit dem „Business mit Bildern. Geschichte und Gegenwart der Fotoagenturen“. Herausgeber Anton Holzer hat Beiträge zusammengestellt, die die Entwicklung von Fotoagenturen seit dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart untersuchen – sowohl auf den deutschsprachigen Raum bezogen als auch in globaler Perspektive.

„Eine fundierte Analyse der Geschichte der Fotoagenturen liefert wichtige Einblicke in ein zentrales, oft wenig beachtetes fotografisches Gewerbe, den Handel mit Bildern. Und sie zeigt auch, dass die kommerzielle Seite der Fotografie unverzichtbar ist für das Verständnis ihrer gesellschaftlichen und medialen Bedeutung. Fotografie, das zeigt dieses Heft, ist nicht nur ein System von Bildern. Sie ist auch eine Währung, und neuerdings ein Datenfluss, der enorme ökonomische Implikationen hat“, schreibt Holzer in seiner Einleitung.

Wie in jeder Ausgabe werden die Fachbeiträge durch aktuelle Rezensionen und Forschungsüberblicke ergänzt. Hier die Übersicht über die Beiträge:

Bernd Weise: Strukturen des Bildertransports. Fotoagenturen im Deutschen Kaiserreich und in der Weimarer Republik

Matthias Christen, Anton Holzer: Mythos Magnum. Die Geschichte einer legendären Fotoagentur

Pia Draskovits: „Krieg gegen die Traurigkeit“. Die Spanienreisen der Magnum-Fotografin Fotografin Inge Morath im Jahr 1954

Estelle Blaschke: Bilder als Kapital. Corbis, Getty Images und der digitale Bildermarkt

Evelyn Runge: Vereinheitlichung, Verflechtung, Verkauf. Bildagenturen in der Gegenwart: das globalisierte Geschäft mit Fotografie im digitalen Zeitalter

Das vollständige Inhaltsverzeichnis ist hier zu finden.

Fotografie in der Zeitschrift – und ein CfP für die Tagung „Visuelles Design: Die Journalseite als gestaltete Fläche“

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In den letzten Jahren ist nicht nur das Interesse am Fotobuch gestiegen, sondern auch die Materialisierung, Kontextualisierung und Distribution fotografischer Bilder in den Medien Zeitung und Zeitschrift hat gesteigertes Interesse erfahren. Als vorläufiger Höhepunkt dieser Entwicklung fand diesen April in New York eine große internationale Tagung „printed matters“ statt, die sich mit fotografisch bebilderten Zeitschriften im 20. Jahrhundert beschäftigte. Allerdings: Systematisch ist die Zeitschrift als Medium, das Texte, Bilder und ihr Verhältnis untereinander in ganz besonderer Form anlegt, bisher kaum in den Blick geraten. Dem widmet sich seit Oktober 2016 die DFG-Forschergruppe Journalliteratur, die an den Universitäten Bochum, Marburg und Köln angesiedelt ist. Konzentriert auf das 19. Jahrhundert erarbeitet die Forschergruppe, wie periodische Publikationsmedien ihre Inhalte und deren Rezeption formatieren. Neben im engeren Sinne literarischen Texten widmet sich die Forschergruppe auch graphischer Illustration, Fotografie und Comic in der Zeitschrift.

Im November 2017 findet an der Philipps-Universität Marburg die Tagung „Visuelles Design: Die Journalseite als gestaltete Fläche“ statt, die sich mit der visuellen Gestaltung der Periodika: Typographie, Layout und Illustration, beschäftigt. Aktuell läuft der Call for Papers, der sicherlich auch für FotografieforscherInnen von Interesse ist und den Sie auf Deutsch und Englisch hier nachlesen können.

Fotografie im Reise- und Motorjournalismus

 

Reisen und Fotografie – eine terra incognita? CC0-License, Dariusz Sankowski, unsplash.com

„Die Erfindung der Fotografie beginnt mit einer Reise – und einer Ent­täuschung. William Henry Fox Talbot stellt 1833 am Ufer des Comer Sees in Italien fest, dass er das, was er sieht, nicht zeichnen kann. Anders seine Frau und seine Schwestern. Weder die Camera Lucida noch die Camera Obscura, die Talbot zehn Jahre zuvor als Zeichenhilfe ausprobiert hatte, führten zu befriedigenden Ergebnissen. Talbot fragte sich, wie er das Gesehene fixieren könne, diese ‚inimitable beauty of the pictures of nature’s painting which the glass lens of the Camera throws upon the paper in its focus‘ (Talbot o. J.). So war die Idee der Fotografie geboren.“ (Haarkötter/Runge 2016, S. 41)

Die Fotografie des 19. Jahrhunderts war lange eine Fotografie der reisenden Forscher und Expeditionsleiter und weniger eine Fotografie der Amateure. Ihre Erfindung fiel in denselben Zeitraum wie die wachsende Mobilität der Massen, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Industrialisierung, die Eisenbahn und die Gründung erster Reisebüros entwickelte. In der Forschung ist die Fotografie als elementarer Bestandteil des Reisejournalismus und später des Motor- und Mobilitätsjournalismus bislang wenig beachtet worden. Das ist umso erstaunlicher, da erstens gerade der Reise- und Motorjournalismus in der Kritik stehen, eng verknüpft mit Interessen der Tourismus- und Autoherstellerbranche zu sein und sich hier vielfältige Forschungsfragen für die Medien- und Kommunikationswissenschaft bieten. Zweitens stellen sich Fragen nach dem Status von Amateurbildern von Reisen im Internet – im Anschluss an Hans Magnus Enzensbergers berühmte „Theorie des Tourismus“. Er hatte bereits 1958 kritisch darauf hingewiesen, wie der Reisende zum inoffiziellen Mitarbeiter der Tourismusindustrie wird. Die Motive, die er selbst fotografiert und zuhause zeigt, reproduzieren Stereotypen: „Die bunten Aufnahmen, die der Tourist knipst, unterscheiden sich nur in den Modalitäten nach von jenen, die er als Postkarte erwirbt und versendet.“ (Enzensberger 1962, S. 166)

Wie empfindlich übrigens Rezipienten darauf reagieren, wenn Sehgewohnheiten und visuelle Stereotype über Reisen gebrochen werden, musste Martin Parr feststellen: Seine Fotoserie „Last Resort“ (1985) aus dem Seebad New Brighton in Großbritannien bricht bewusst mit der positiv-affirmativen Visualisierung von Tourismus. Rezipienten warfen ihm daraufhin Despektierlichkeit vor. Heute werden Parrs Aufnahmen aus New Brighton in Museen ausgestellt – und gehen als Postkarten selbst auf Reisen.

Zum Weiterlesen:

Die Neuerscheinung, unter anderem zum Thema Fotografie im Reise- und Motorjournalismus: Hektor Haarkötter/Evelyn Runge: „Motor/Reise. Basiswissen für die Medienpraxis“, Journalismus Bibliothek 12, Herbert von Halem Verlag, Köln 2016.

Der Klassiker: Hans Magnus Enzensberger: Eine Theorie des Tourismus. In: Hans Magnus Enzensberger: „Einzelheiten“, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1962, S. 147-170.

Zum Weiterschauen:

Beispiele aus der historischen Reisefotografie, etwa aus dem Nahen Osten, sind in den Datenbanken des Bildarchivs Foto Marburg und im Bildindex der Kunst und Architektur zu finden.

Martin Parrs Fotoserie „Last Resort“ (1985) in der Datenbank von Magnum Photos.

Internationale Tagung zur Smartphone-Fotografie in Mannheim

Vom 3. bis 5. November 2016 findet in Mannheim eine Tagung statt, die sich unter dem Titel „smart as photography – Die Wucht des Wandels“ mit den Transformationen auseinandersetzt, die das Smartphone als Apparatur fotografischer Praxis für das Medium Fotografie herbeigeführt hat. Das Erkenntnisinteresse ist gerade auch aus medienwissenschaftlicher Perspektive anschlussfähig, ist es doch das Smartphone, das der durch die Digitalisierung bereitgestellten Operativität des fotografischen Bildes wie nie zuvor zur Geltung verhilft: Das Smartphone vereint Möglichkeiten der Bildherstellung, -verarbeitung sowie -distribution und macht sie jedem Smartphonebesitzer prinzipiell ohne zeitliche und lokale Beschränkung zugänglich. Das Smartphone bildet mithin den technologischen und dispositiven Kern der Entwicklung zur „Ubiquituous Photography“ (Rubinstein/Sluis 2008; Hand 2012).

Um der Vielschichtigkeit der Konsequenzen Rechnung zu tragen sind Beiträger (ja, in der Tat leider keine Sprecherinnen) aus verschiedenen Ländern, aus Wissenschaft, Industrie und fotografierender Praxis eingeladen. So werden rechtliche Konsequenzen der Allgegenwart des Fotografierens genauso angesprochen wie kameratechnische Herausforderungen für die optische Weiterentwicklung, das Bild als visuelle Kommunikationsform ebenso adressiert wie Fragen der Subjektbildung.

Die Tagung wird ausgerichtet von der Deutschen Gesellschaft für Photographie (DGPh) und findet in Mannheim im Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen statt. Die Website, auf der man sich – leider kostenpflichtig –  zur Tagung anmelden kann, finden Sie hier. Das Programm der Tagung ist hier zugänglich.

„Ökonomie der Fotografie: Beobachtungen zum globalen Markt der Bilder“

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© Peggy_Marco, CC0-Lizenz, pixabay

Seit Anfang der 1990er Jahre ändert sich der Markt der Bilder rasant – die Digitalisierung ermöglichte es, schnellere Produktions- und Distributionsstrukturen für Fotografien und Bewegtbilder zu etablieren. Zunehmend verwischen die Grenzen zwischen professionellen Fotografen und Amateuren: Internet-Plattformen und Social Media-Nutzung verändern die Arbeit von Fotografen und Fotojournalisten. Mitunter werden Amateurfotografen zu ihrer Konkurrenz, sowohl im News- als auch im Stockfoto-Bereich. Die Arbeitsbedingungen für Fotografen und Fotojournalisten sind nicht einfach, Honorare für journalistische Fotografie nicht üppig, und auch die Finanzierung von Langzeitprojekten und/oder aufwändigeren Reportagereisen wird nicht unbedingt von den Auftraggebern übernommen. In meinem Artikel „Ökonomie der Fotografie: Beobachtungen zum globalen Markt der Bilder“, erschienen in MEDIENwissenschaft 03/2016, zeige ich exemplarisch die Entwicklungslinien des globalen Bildermarkts und der Ökonomie der Fotografie auf. Fallbeispiele sind Getty Images, Corbis, die Flickr-Collection by Getty Images und Crowdfunding-Modelle für Fotoreportagen. Der Beitrag ist Teil meines Forschungsprojekt „Image Capture. Arbeits- und Produktionsbedingungen von Fotojournalisten im digitalen Zeitalter“.

Der vollständige Beitrag ist erschienen in: MEDIENwissenschaft 03/2016, Rubrik „Perspektiven“, S. 274-296. Download hier.

Weitere Informationen zu meinem Forschungsprojekt „Image Capture. Arbeits- und Produktionsbedingungen von Fotojournalisten im digitalen Zeitalter“ entnehmen Sie bitte der Rubrik „Forschung“ der Fachzeitschrift Fotogeschichte, Heft 138, 2015, S. 75, sowie online hier.

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© fudowakira0, CC0-Lizenz, pixabay

GfM-Jahrestagung 2016 ‚Kritik!‘ / Panel der AG Fotografieforschung ‚Fotografie als selbstkritische Praxis‘ – 30.09.16, 14h00

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft zum Thema ‚Kritik!‘ an der Freien Universität Berlin vom 28.09. – 01.10.2016 findet am Freitag, 30.09., von 14h00 bis 16h00 in Raum A (L 115) das Panel der AG Fotografieforschung mit dem Thema ‚Fotografie als selbstkritische Praxis‚ statt.

Nähere Informationen zur Jahrestagung:
http://www.gfm2016.cinepoetics.fu-berlin.de/

Das Panel beschäftigt sich mit der Frage, wie sich die Kritik am Medium dadurch verändert, dass man sie medienpraktisch betreibt. Wird die Kritik durch die dabei entstehenden Paradoxien ihrer Plausibilität beraubt? Oder gewinnt sie gerade besondere Relevanz, weil sie zugleich die Möglichkeit einer anderen Praxis aufzeigt? Um dies genauer einzuschätzen zu können werden u.a. zwei Ansatzpunkte fotografischer Selbstkritik unterschieden. Zum einen kann es ihr um die spezifischen, oft ontologisierten Grenzen des Mediums gehen. So kann die fotografische Serie als Kommentar zur Fragmentarität des Einzelbildes verstanden werden, eine Retusche oder digitale Überarbeitung eines Bildes als kritische Anzeige der Defizite fotografischer Bedeutungsstiftung (wie etwa bei Andreas Gursky). Zum anderen kann sich die Selbstkritik des Mediums auf eine aktuelle oder vergangene Praxis des Mediums richten. So positioniert sich Sherrie Levines Serie After Walker Evans etwa kritisch in Bezug auf die Fetischisierung des vintage prints, wie sie für den Kunstmarkt charakteristisch ist. Internet Memes können wiederum als populäre, parodistische Form der Dekonstruktion fotografischer Ikonen gelten. Auch wenn selbstkritische Reflexionen der Fotografie typischerweise im Rahmen von Kunst anzusiedeln sind, lassen sie sich auch in populären Formen wiedererkennen. In jedem Fall geht es darum, Formen, Situationen und Kontexte zu identifizieren, die eine selbstkritische fotografische Praxis sowohl markieren als auch ermöglichen.

Abstract des Panels:
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Panel-Programm:
Chair(s): Jens Ruchatz (Philipps-Universität Marburg), Kay Kirchman (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen), Andreas Sudmann (Freie Universität Berlin)

– Stockphotography in der Selbstkritik? Zur Bildpraxis des Kunstkollektivs DIS
Susanne Holschbach, Universität der Künste Berlin

– Zwischen Kritik und Neu-Konfiguration: Hito Steyerls und Martha Roslers dokumentarische Theorien und Praxen
Daniel Bühler, Brandenburgische Technische Universität

– Selfies, die Selfies kritisieren: Formen und Funktionen
Rainer Hillrichs, Universität Mannheim

Panel-Programm mit Vortrags-Abstracts:
Jahrestagung-der-GfM-2016-Panel-Fotografieforschung

CfP: Faktizität und Gebrauch früher Fotografie – Studientag der Fototheken der Bibliotheca Hertziana und des Deutschen Archäologischen Instituts Rom

Faktizität und Gebrauch früher Fotografie
Studientag der Fototheken der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte und des Deutschen Archäologischen Instituts Rom
23./24.3.2017

Keynote speaker:
Prof. Dr. Peter Geimer (Freie Universität Berlin)
Prof. Dr. Jens Ruchatz (Philips-Universität Marburg)

Erwünscht sind Beiträge, die Zusammenspiel und Wechselwirkung fotografischer Praxis und Materialität und ihrer Verwendungszusammenhänge entweder anhand eines konkreten Fallbeispiels (Konvolut, Fotograf, Rezipient etc.) oder übergreifend untersuchen. Der Studientag schlägt dabei eine Brücke zwischen den Disziplinen Archäologie, Kunstgeschichte und Medienwissenschaften, was in den einzelnen Beiträgen je nach Schwerpunktlegung ebenfalls besondere Berücksichtigung finden kann.

Nähere Informationen:
CfP-Deutsch-studientag-fruehe-fotografie
CfP-English-early-photography
CfP-Italiano-giornate-di-studio_prima-fotografia

Link zur Website:
http://www.biblhertz.it/aktuelles/calls-for-papers/faktizitaet-und-gebrauch-frueher-fotografie/

Bitte senden Sie bis zum 16. Oktober 2016 Ihr Exposé mit Lebenslauf an folgende Adressen:
fototeca@biblhertz.it und fotothek.rom@dainst.de

Es werden die Kosten für Reise (economy class) und Unterbringung gemäß den Vorgaben des deutschen Gesetzes zur Übernahme von Reisekosten erstattet.

Organisation: Tatjana Bartsch (BH), Ralf Bockmann (DAI), Paul Pasieka (DAI), Johannes Röll (BH)