Etudes photographique printemps 2014

couverture_31Soeben erschienen ist die neueste Nummer der französischen Fotozeitschrift „études photographiques“, das von mir am meisten geschätzte Periodikum für unser Fach. Neben Fragen zum Verhältnis von Fotografie und dem Nationalen sowie zum Dokumentarischen zwei Beiträge von André Gunthert und Fatima Aziz zum geteilten digitalen Bild. Besonders schön: Alle Beiträge lassen sich, aus Copyrightgründen leider um die Abbildungen reduziert, online lesen (http://etudesphotographiques.revues.org/).

 

Fotogeschichte, Heft 131, Fotografie und städtischer Wandel

Soeben erschienen ist das aktuelle Heft der „Fotogeschichte“ zum Thema „Fotografie und städtischer Wandel“, herausgegeben von Cécile Cuny, Alexa Färber und Ulrich Hägele.

Die Beiträge:

Katharina Steiner: Stadtfotografie als historische Quelle. Wilhelm Giesbrechts Neapel-Erkundungen mit der Kamera.

Isabelle Backouche: Beschleunigte Planung. Stadtsanierung im Spiegel der Fotografie, Paris 1941–1980.

Margareth Otti: Vom Schutt zum Schatz. Architekturfotografie im Dienst urbaner Umdeutung am Beispiel von Louis H. Sullivan und Richard Nickel.

Jordi Ballesta: Auf der Suche nach der Vergangenheit. Fotografien, mündliche Aussagen und Orientierungsverlust in der „Altstadt“ von Ierapetra.

Sophie Feyder: Performing black urban history. Die Ngilima-Foto-Sammlung und die Vermittlung von Erinnerung in Südafrika nach der Apartheid.

Lydie Launay, Héloïse Nez: Gentrifizierung sehen. Die Ästhetisierung von Arbeitervierteln in Paris und London. Stadtforschung mit den Mitteln der Fotografie.

Zur Zeitschrift: http://www.fotogeschichte.info/index.php

Paparazzi Fotografie

indexPaparazzifotografie ist einer der Bereiche, in denen die mit analoger Fotografie verbundene Beweiskraft immer mit kommuniziert wird. Die Körnigkeit und Materialität des Bildes ist hier nicht Manko, sondern wesentlich. Verpixelungen sucht man hier bislang noch vergebens.

Eine von Clément Chéroux für das Centre Pompidou in Metz kuratierte Ausstellung untersucht die Bildkultur der Paparazzifotografie, insbesondere auch die Bildformen, die Gesten der fotografisch Ertappten und die Geschichte der Bildformen. In einem zweiten Teil werden die kulturellen Spuren der Bildpraxis in der Kunst nachgezeichnet. Erfreulicherweise kommt diese Ausstellung auch nach Deutschland. Vom 27. Juni bis 12. Oktober 2014 wird sie in der Schirn Kunsthalle in Frankfurt am Main zu sehen sein. Allerdings ist auch das Centre Pompidou in Metz eine Reise wert. Und wer nicht reisen kann, sollte sich zumindest den Katalog ansehen – die bisher fundierteste Publikation zum Thema.

Ein Nachrichtenbeitrag der Tagesschau findet sich hier:

http://www.tagesschau.de/kultur/paparazzi104.html

Blog der AG Fotografieforschung eröffnet

Die Fotografie hat als erstes technisches Bildmedium unsere visuelle Kultur nicht nur entscheidend geprägt; sie ist in den letzten Jahren im Verbund mit dem Internet und mobilen Medien gesellschaftlich sogar noch wirkungsmächtiger geworden. Fotografieren ist zur Alltagsgeste avanciert: Praktiken des Bildertauschs, der (Selbst-) Veröffentlichung und der Aneignung fotografischer Bilder stellen heute einen wesentlichen Faktor sozialer Kommunikation dar. Der historischen Bedeutung des Mediums wie den kulturellen Implikationen seines gegenwärtigen Gebrauchs sollte mit einer stärkeren Profilierung der Fotografieforschung auch innerhalb der Medienwissenschaft Rechnung getragen werden.

Fotografieforschung findet entsprechend der Diversität fotografischer Gebrauchsweisen und Diskurse in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen statt: in der Kunstgeschichte ebenso wie in den Philologien, in der Soziologie ebenso wie in der Ethnologie/Anthropologie, in der Geschichts- ebenso wie in den Kommunikationswissenschaften. Umso erstaunlicher ist es, dass sie in der Medienwissenschaft nach wie vor nur marginal repräsentiert ist, denn wie die Fotografieforschung durch eine medienwissenschaftliche Perspektive gewinnt, so könnte die Medienwissenschaft durch eine stärkere Auseinandersetzung mit der Fotografie nicht nur historisch, sondern auch theoretisch an Tiefe gewinnen. Gerade die Diversität der Erscheinungsformen der Fotografie stellt die Frage, was sie – als Medium – überhaupt ausmacht.

Die AG Fotografieforschung versteht sich als ein Forum das den institutionalisierten Austausch fördern und zur Vernetzung medien- und kulturwissenschaftlicher Forschung zu Fotografie und ihren medialen Verbünden beitragen möchte. Offen sowohl für GfM-Mitglieder als auch Nicht-Mitglieder möchte sie den Informationsaustausch über Aktivitäten wie Forschungsprojekte, Tagungen, Publikationen etc. fördern, Vorhaben bündeln und vorantreiben, Initiativen von NachwuchwissenschaftlerInnen unterstützen. Noch mangelt es an institutionalisiertem Austausch und vernetzter Forschung.

Als Plattform für den Austausch über alles, was medienwissenschaftliche Fotografieforschung umfasst, insbesondere das Verhältnis von Digitalität und Fotografie, soll dieser Blog dienen.