Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital – Panel der AG Fotografieforschung

Unter dem Titel „Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital“ findet das Panel der AG Fotografieforschung auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt. Das Panel sowie die AG-Sitzung finden am 26. September ab 13:00 Uhr an der Universität zu Köln statt.

Die Fotografie ist in besonderer Weise für die Problematisierung von Materialitätsfragen prädestiniert. Wie Vivian Sobchak konstatierte, kennzeichnet sie die „besondere Struktur von Objektivation und Besitz“, mit anderen Worten Materialität in einem sehr wörtlichen Sinn. 

Die Digitalisierung und die zunehmende Marginalisierung analoger fotografischer Verfahren wurden vor diesem Hintergrund als Prozess der Immaterialisierung empfunden. Entsprechend skeptisch wurde „das Digitale“ in der Fotografietheorie der 1990er und 2000er Jahre wahrgenommen. Mit dem (vermeintlichen) Verlust der materiellen fotochemischen Basis schien auch der Wirklichkeitsbezug fotografischer Bilder grundsätzlich in Frage gestellt, das „Ende des fotografischen Zeitalters“ unumkehrbar. Tatsächlich wurde die materielle Infrastruktur analoger Fotopraktiken weitgehend dezimiert: Zahlreiche Fabriken, Labore und Reparaturwerkstätten wurden geschlossen oder umgewidmet. Der akademische Diskurs über die Fotografie hat sich in der letzten Dekade zunehmend von den traditionellen ontologischen Perspektiven verabschiedet und vermehrt neue fotografische Praktiken und Ökonomien fokussiert, die es nun wiederum kritisch zu reflektieren gilt. 

Ziel des Panels der AG Fotografieforschung ist es, die klassischen Dichotomien von materiellen analogen Bildern und immateriellen digitalen Bildern zur Disposition zu stellen, da diese der Komplexität und Dynamik aktueller wie historischer fotografischer Praxis nicht gerecht werden. Die einzelnen Vorträge gehen von Fragen der immateriellen Anteile an der Produktion von Fotografie aus, thematisieren ihre Speicherung sowie ihre materiale Erscheinung. Ausgehend von einer Re-Evaluation zentraler Begriffe der Fotografietheorie stehen die zahlreichen hybriden Formen des Fotografischen im Fokus.

Panel der AG-Fotografieforschung: Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital

Zeit: 26.09.2019, 13.00 – 15.00
Ort: Seminarraum S 58, Philosophikum; 60 Plätze

Chairs: Maria Männig (KIT, Karlsruhe), Dominik Schrey (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) mit Vorträgen von:

Dr. Michalis Valaouris (Düsseldorf)

Das eidolon der Kamera: Bemerkung über die fotografische Bildwerdung

Jasmin Kathöfer M.A. (HBK Braunschweig)

Das WIE des Index – zur Ausdifferenzierung der unterschiedlichen Indexikalitäten der Fotografie

Prof. Dr. Margarete Pratschke (HU Berlin)

Spinning toward the future? Zur fotografischen Materialität historischer Bildersammlungen auf Laserdisks

Marie-Kathrin Blanck, M.A. (V&A, London)

Wenn das Papier knapp wird: sich auflösende materielle Techniken im digitalen Zeitalter

Treffen der AG Fotografieforschung

Zeit: 26.09.2019, 16.30 – 17.30
Ort: Hörsaal H 80, Philosophikum; 159 Plätze
Daniel Bühler, Jens Ruchatz

Weitere Informationen zum Programm und zur Konferenzteilnahme finden sich unter: https://gfm2019.de.

Programm: Fotografie und Ökonomie | 5. Workshop der AG Fotografieforschung

6./7. Juni 2019 am Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel, Schweiz

Der diesjährige Workshop der AG Fotografieforschung widmet sich dem Thema «Fotografie und Ökonomie» und stellt dahingehend die grundsätzliche Frage, auf welche Weisen sich mit Fotografie Geld verdienen lässt. Medienpraxis im Allgemeinen lässt sich außerhalb eines ökonomischen Rahmens nicht denken. Und so stellen sich spezifisch für die Fotografie die Fragen, welche Praktiken es sind, die zum Geldverdienen führen, aber auch, welchen (ökonomischen) Bedingungen die Anfertigung und die Verbreitung von Fotografien unterworfen sind.

Im Workshop sollen die Verbindungen von fotografischen Formen mit ökonomischen Verwertungszusammenhängen weit gefasst von der Frühzeit des Mediums bis hin zu zeitgenössischen Problematiken reflektiert und diskutiert werden. Neben der historischen Dimension gilt es den Wert ökonomischer Theorien für die Beschäftigung mit Fotografien zu erkunden. Schließlich soll – in der Tradition der Workshops der AG Fotografieforschung – auch nach den methodologischen Konsequenzen und Umsetzungen gefragt werden, mit denen ökonomische Aspekte für die Analyse konkreter Bilder produktiv gemacht werden.

Im Sinne des Workshopcharakters steht die Diskussion im Vordergrund. Vorab wird von den eingeladenen Referent_innen ein ca. 8-seitiges Papier eingereicht, das die methodischen Überlegungen und Fragen an einer eigenen Fallstudie oder anhand einer exemplarischen und einschlägigen Position umreißt. Das Papier soll von allen Workshop-Teilnehmer_innen gelesen worden sein. Auf dem Workshop wird lediglich eine maximal 10minütige Impulspräsentation stattfinden, die das jeweils diskutierte Material mit den Leitfragen koppelt. Im Anschluss jeder Präsentation findet eine ca. 30minütige Diskussion statt.

Willkommen sind fotografieinteressierte Wissenschaftler_innen aus allen Disziplinen. Für die Teilnahme ist es nicht zwingend notwendig, Mitglied der GfM oder der AG Fotografieforschung zu sein.

Anmeldungen bitte an die OrganisatorInnen: Esther Stutz (Basel) und Jens Ruchatz (Marburg)
(E-Mail: esther.stutz@unibas.ch)

Am Workshop kann nur nach vorheriger Anmeldung teilgenommen werden.

Zeitplanung
6. Juni 2019  
Referent/innen
13:00 – 13:15   Begrüßung Esther Stutz und Jens Ruchatz  
13:15 – 14:00   Beitrag 1 Emanuel Welinder: „Von der Institution zum Bild“ Universität Basel  
14:00 – 14:45 Beitrag 2 Atelier Petignat und Scholz: „Wie ist ein Wechsel vom (ökonomischen) System der Auftragsfotografie in das (ökonomische) System der Kunst möglich?“  
14:45 – 15:15   PAUSE  
15:15 – 16:00 Beitrag 3 Christina Sammüller: „Schliesslich muss man sich sein Essen kaufen!“ Über die Arbeit der österreichischen Architekturfotografin Margherita Spiluttini.“ Universität Augsburg  
16:00 – 16:45   Beitrag 4 Rebecca Boguska: „Das (Nicht-)Kommodifizierbare? Fotografien aus dem Abu Ghraib-Gefängnis.“ Goethe-Universität Frankfurt  
16:45 – 17:15   Abschlussdiskussion   
18:00   Gemeinsames Abendessen  
   
7. Juni 2019 Besichtigungsprogramm, Informationen nach Anmeldung
   

CfP: Fotografie und Ökonomie | 5. Workshop der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft

Call for Papers:
Fotografie und Ökonomie | 5. Workshop der AG Fotografieforschung
6./7. Juni 2019 am Seminar für Medienwissenschaft, Universität Basel, Schweiz

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung:
CfP Workshop 2019

Der diesjährige Workshop der AG Fotografieforschung widmet sich dem Thema «Fotografie und Ökonomie» und stellt dahingehend die grundsätzliche Frage, auf welche Weisen mit Fotografie Geld verdient wird und wie sich dies auf die Form der Bilder auswirkt. Medienpraxis im Allgemeinen lässt sich außerhalb eines ökonomischen Rahmens nicht denken. Und so stellen sich spezifisch für die Fotografie die Fragen nach den Formen der Wertschöpfung, aber auch nach den wirtschaftlichen Bedingungen, denen die Anfertigung und die Verbreitung von Fotografien unterworfen sind.

Im Sinne des Workshopcharakters steht die Diskussion im Vordergrund. Vorab wird von den eingeladenen Referent_innen ein ca. 8-seitiges Papier eingereicht, das die methodischen Überlegungen und Fragen an einer eigenen Fallstudie oder anhand einer exemplarischen und einschlägigen Position umreißt. Das Papier soll von allen Workshop-Teilnehmer_innen gelesen worden sein. Auf dem Workshop wird lediglich eine maximal 10minütige Impulspräsentation stattfinden, die das jeweils diskutierte Material mit den Leitfragen koppelt. Im Anschluss jeder Präsentation findet eine ca. 30minütige Diskussion statt.

Zur Einreichung von Beiträgen genügt eine maximal einseitige Skizze (ca. 300 Wörter), die bis zum 08. März 2019 bei den Organisator_innen (Email: esther.stutz@unibas.ch; ruchatz@staff.uni-marburg.de) eingegangen sein muss.

Um die Vorbereitung der Papiere durch die Teilnehmer_innen des Workshops zu ermöglichen, müssen die finalen Papiere bis spätestens zum 17. Mai 2019 vorliegen.

Um die Planung zu erleichtern, wird gebeten, auch die Teilnahme als einfache Diskutant_innen baldmöglichst anzumelden. Für die Teilnahme als Diskutant_in oder als Referent_in ist es nicht zwingend notwendig, Mitglied der GfM oder der AG Fotografieforschung zu sein.

Der Workshop findet am 6. Juni statt. Bei entsprechender Zahl der Rückmeldungen kann er auf den nachfolgenden 7. Juni ausgedehnt werden. Tagungsort ist das Seminar für Medienwissenschaft der Universität Basel.

Organisiert von Esther Stutz (Basel) und Jens Ruchatz (Marburg)

CfP Panel der AG Fotografieforschung auf der GfM-Jahrestagung 2019

Der vorliegende Call zum Thema „Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital“  versteht sich als Aufruf, die klassischen Dichotomien von materiellen analogen Bildern und immateriellen digitalen Bildern zu problematisieren, da sie der Komplexität und Dynamik aktueller wie historischer fotografischer Praktiken nicht gerecht werden. Auf vier Ebenen adressiert das Panel daher Fragen nach der spezifisch fotografischen Materialität. Ausgehend von der Beschreibung ihrer (im)materiellen Bildträger widmen sich die Beiträge des Panels gesteuerten wie akzidentiellen Einschreibeprozessen in das Material sowie neueren Praktiken der Alltagsfotografie, aber auch der künstlerischen und theoretischen Reflexion dieser Zustände und Vorgänge. 

Der vollständige CfP kann als PDF hier heruntergeladen werden. Wir bitten um Vorschläge für 20-minütige Beiträge für das Panel im Rahmen der Jahrestagung 2019 der GfM bis zum 10. März 2019 an:  

Maria Männig (maennig@staff.uni-marburg.de) und Dominik Schrey (dominik.schrey@kit.edu).

Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!

Neu erschienen: Standardwerk zur Kombinatorischen Fotografie

Buchdeckel Kombinatorische Fotografie – 1972

Aktuell und endlich (46 Jahre nach ihrer Erfindung) ist das Standardwerk zur Kombinatorischen Fotografie erschienen.

Als apparatives fotografisches Verfahren gehört die Kombinatorische Fotografie zum Genre der Generativen Fotografie, die 1968 von Gottfried Jäger geprägt wurde.

Das vorliegende Buch präsentiert als Bildband Qualität und Bandbreite des Eggertschen Werkkomplexes. Zusätzlich werden in einem separaten Bildkapitel „Werkstatt“ die technischen Aspekte der Bildentstehung vorgestellt. Die Werkstatt-Einblicke reichen dabei von der niedergeschriebenen Idee als Programmblatt mit Zahlenketten über einen Auszug aus der Patentschrift zum Apparat und die filmtechnischen Experimente zur exakten Farbwiedergabe auf Ektachrome-Material bis hin zu fotografischen Notizen aus dem Werkstattbuch des Erfinders und Künstlers Eggert.

Blick ins Buch, Werkstatt-Teil

Neben der technischen Einordnung dieses solitären fotografischen Verfahrens, bis hin zur Nachvollziehbarkeit des komplexen Bildentstehungsprozesses ist der ergänzende Textteil auch der ästhetisch-künstlerischen Verortung hilfreich.

Diese Multi-Perspektive auf das Kombinatorische Werk wird erst durch eine interdisziplinäre Autorenriege ermöglicht, die von Gottfried Jäger, dem Ur-Vater der Generativen Fotografie über Herbert W. Franke, der sich als Physiker und Philosoph mit dem Grenzgang von Apparat und Kunst bereits seit den 1950er Jahren beschäftigt, und bis zu Ralf Hanselle als Foto- und Kunstkritiker und Stephan Sagurna als Bildwissenschaftler reicht.

Nach seiner Erfindung und Patentierung im Jahr 1972 ist das Verfahren der Kombinatorischen Fotografie über Jahrzehnte nahezu unbeachtet gewesen und fast in Vergessenheit geraten.

Seit einigen Jahren (und sicherlich mit bedingt auch durch die aktuelle Rückbesinnung auf ‚50 Jahre generative Fotografie’) regt sich jedoch die Aufmerksamkeit der Fotogeschichte als auch der Kunstszene um die Kombinatorische Fotografie.

Das vorliegende Buch bringt tatsächlich etwas Licht in Werkkomplex und Entstehungsgeschichte der Kombinatorischen Fotografie und bildet einen wichtigen Puzzlestein in der ganzheitlichen Rezeption des fotografisch-kulturgeschichtlichen Phänomens der Generativen Fotografie und ihrer Verästelungen.

Blick ins Buch, Werkkomplex

Interessant ist das Angebot der Herausgeber, die fundierten fachlichen Aspekte des Buchs durch persönlich-subjektive Erfahrungen zu ergänzen. Für die Betrachtung der Kombinatorischen Bildwelten enthält das Buch Musikempfehlungen zum Hörgenuss. Folgt man diesen Empfehlungen, lässt sich der Zeitsprung in die 1970er Jahre dank Pink Floyd und Tangerine Dream noch direkter nachvollziehen.

 

Kombinatorische Fotografie – 1972.

Apparative Kunst, Algorithmen und Abstraktion.

Betrachtungen zu einem blinden Fleck der Fotogeschichte.

Hg.: Eggert / Sagurna

Bildband mit ergänzenden Beiträgen von Gottfried Jäger, Herbert W. Franke, Ralf Hanselle und Stephan Sagurna

132 Seiten, 66 Abbildungen, durchgängig 4-farbig

ISBN  978-3-00-060631-1

17,80 €

Nonkonform – Verlag

Out now: Fabrikation eines Verbrechers

Fabrikation eines Verbrechers. Der Kriminalfall Bruno Lüdke als Mediengeschichte

Dieses Buch ist zusammen mit dem Historiker Axel Doßmann (Universität Jena) und in Kooperation mit dem Grafiker Markus Dreßen und dem Verlag Spector Books Leipzig entstanden. Es handelt sich um eine Studie, in der Dokumentarfotografien als Teil des Forschungsfeldes Visuelle Kultur explizit verhandelt werden.

1944 ließen Akteure der Kriminalpolizei und des Reichssicherheitshauptamtes den zwangssterilisierten Bruno Lüdke aus Köpenick in Wien ermorden. Nach dem Krieg nutzten Journalisten Akten und Artefakte der Kripo, wie Tatortfotos, eine Büste und einen Handabguss für „Enthüllungsgeschichten“ in illustrierten Zeitungen. Dort nannte man ihn „den größten Massenmörder in der Kriminalgeschichte“. International populär wurde der Kriminalfall durch Robert Siodmaks preisgekrönten Film „Nachts, wenn der Teufel kam“ mit Mario Adorf in der Rolle des geisteskranken Verbrechers.

Mit „Fabrikation eines Verbrecher“ liegt eine Visual History über Kriminalität, Gewalt und rassistische Menschenbilder vor. Rekonstruiert wird, unter welchen Bedingungen der Fake im Nationalsozialismus entstand und warum er sich als True Crime in der Bundesrepublik etablieren konnte.

Heutige Vorstellungen vom Bösen (und Fremden) haben eine Geschichte, über die unsere Fallstudien aufklären. Ein Mensch wurde hier ermordet und medial verwertet  – unser Buch benennt die Täter, Mittäter und Nutznießer aus Polizei, Justiz und Journalismus vor und nach 1945.

    

In dieser Mediengeschichte wird die Faszination des Bösen und des Fremden als Repräsentationen in verschiedenen Medien (z.B. Buch, Fotografie, Akte, Film, Zeitung, Illustrierte, Album, TV-Film, Büste, Internet) untersucht. Die Quellen und ihre Archive sollten visuell so präsentiert werden, dass die Thesen nachvollziehbar sind. Die Arbeit an den rassistischen Artefakten und Sammlungsbeständen zum Kriminalfall fordern ethische und ästhetische Haltungen ein, die über das konkrete Beispiel hinausweisen. Historische und ästhetische Kontexte haben wir mit eigenen Bildmontagen in den Blick gerückt: Wo war ein Artikel einst platziert? Wie ändert sich der Blick, wenn man auf eine Bildlegende bewusst verzichtet?

Fotografien zeigen und analysieren wir in den jeweiligen medialen und historischen wie gegenwärtigen Kontexten. Es werden bilddiskursive Felder herausgearbeitet und exemplarisch Bilddiskursanalysen vorgestellt. Für die Präsentation der Artefakte haben wir mit zwei Dokumentarfotografen zusammengearbeitet.

                          

Die Gestaltung will zum Studieren wie auch zum Schmökern und Entdecken einladen; historische Bildung soll auch Vergnügen bereiten und eine Chance bieten, Medien auf andere Art wahrzunehmen.

Links:
Visual History: https://www.visual-history.de/project/fabrikation-eines-verbrechers/
Hier kann man ins Buch hineinblättern, Spector Books: http://spectorbooks.com/de/fabrikation-eines-verbrechers

Axel Doßmann/Susanne Regener, Fabrikation eines Verbrechers. Der Kriminalfall Bruno Lüdke als Mediengeschichte, Spector Books, Leipzig 2018, 332 Seiten, 386 Abb., davon 87 in Farbe, EUR 38,00


Abbildungen:
Kiste mit Materialien zum Kriminalfall, 2015: Fabrikation von Beweisen: Kiste aus der Polizeihistorischen Sammlung Berlin mit diversen Materialien aus den 1940er und 1950er Jahren, die bis 1993 dazu dienten, Bruno Lüdke in der Ausstellung als Serienmörder darzustellen; Polizeihistorische Sammlung Berlin, 23 x 29 cm; Foto: Jonas Zilius, 2015
Jonas Zilius fotografiert die Büste Lüdkes aus dem Jahr 1944: Der Karlsruher Fotograf Jonas Zilius bei der Arbeit im Department für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Wien; Foto: Susanne Regener, 2014
Inszeniertes Verhör mit Lüdke, Frühjahr 1943:  Sekretärin Gertrude Steiner, Kriminalkommissar Heinrich Franz und Lüdke in der Nähe eines Tatortes, Fotografie von 1943, reproduziert in der Münchner Illustrierten vom 8. Dezember 1956; Foto: Jonas Zilius, 2015
Französisches Kinoplakat, 1958: Die SS schlägt nachts zu, die plakative Deutung von Robert Sidomaks Filmparabel im Poster von Clément Hurel für die französische Kinoauswertung von Nachts, wenn der Teufel kam. Frankreich 1958, 161 x 116 cm; Sammlung Axel Doßmann, Berlin
Setfotografie mit Mario Adorf als Lüdke, 1957: Lüdke-Darsteller Mario Adorf posiert mit einem Schattenriss-Porträt des vermeintlichen Massenmörders. Filmstill für die Bewerbung von Robert Siodmaks Spielfilm Nachts, wenn der Teufel kam (1957), Fotograf: unbekannt; Akademie der Künste Berlin, Mario-Adorf-Archiv, Adorf 487.

Kombinatorische Fotografie 1972 – Apparative Kunst, Algorithmen und Abstraktion. Unterstützer-Aufruf für ein Buchprojekt zu einem blinden Fleck der Foto- und Fototechnik-Geschichte

Die  ‚Kombinatorische Fotografie 1972‘, stellt als einer der Vorreiter der Computerkunst ein ganz besonderes Phänomen der jüngeren Fotografiegeschichte der 1970er-Jahre dar.

Kombinatorische Fotografie Nr. 98. C-Print (2018) vom Original-Dia (1972)

Formal zum Genre der Generativen Fotografie (begründet von Gottfried Jäger im Jahr 1968) gehörend, wurde die Kombinatorische Fotografie als apparatebasierte Fotografie, gegenstandslos und Farb- und Kreis-Kompositionen generierend, 1972 von Alfons Eggert erfunden und zum Patent angemeldet.

 

Der Kombinatorische Apparat

Eggert hat damals mit seinem Verfahren einen kleinen aber festen Bestandteil der Fotogeschichte mitgeschrieben, wurde wegen seiner Verdienste um diese spezielle Art der Fotografie auch in die DGPh berufen, ist dann aber bald in Vergessenheit geraten.

 

Programmblatt

Lange Jahre war die Kombinatorische Fotografie Teil des „Blinden Flecks der Fotogeschichte“. Als einer der Vorreiter der Computerkunst und parallel auch zur Rückbesinnung auf die Generative Fotografie um Gottfried Jäger, gerät seit einiger Zeit nun auch der Werkkomplex der Kombinatorischen Fotografie wieder in den Fokus der Wahrnehmung durch Fotografie- und Kunstwelt (z.B. Rundbrief Fotografie NF 88, 2015, Paris Photo 2016).

 

Alfons Eggert – Erfinder der Kombinatorischen Fotografie
Portrait mit Kompositionsscheibe
04/2016

Aktuell arbeitet Alfons Eggert gemeinsam mit dem Bildwissenschaftler Stephan Sagurna an einem Buchprojekt, das via Crowdfunding realisiert werden soll. Ein Bildband zum Werkkomplex, gemeinsam mit vertiefenden Hintergrundinformationen soll nun diese eigenwillige, eigenartige aber unbedingt auch ästhetisch ansprechende technisch-gestalterische Variante der Fotografie dokumentieren und somit fest in der Fotogeschichtsschreibung verankern.

 

Cover-Entwurf „Kombinatorische Fotografie 1972“

Für das Buchprojekt sind ab sofort Vorbestellungen möglich. Im Rahmen des Schwarm-Projekts zählt jede einzelne Unterstützung.

 

Hier können Sie sich zum Hintergrund des Projekts und zur Kombinatorischen Fotografie informieren und auch aktiv unterstützen:

https://www.kickstarter.com/projects/787639545/kombinatorische-fotografie-1972?lang=de

Über Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und auch Rückmeldungen zur Kombinatorischen Fotografie freuen sich die Herausgeber.

Programm: Fotografie und Technik | 4. Workshop der AG Fotografieforschung

14. und 15. Juni 2018, am Institut für Medienwissenschaft / Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg

Der Workshop versteht die Technik als einen zentralen, aber diverser Teil der Fotografie. Im Workshop wird der Frage nach der Technik weniger grundsätzlich theoretisiert nachgegangen, als dass in den Mittelpunkt gestellt wird, wie die Technik in der Erforschung der Fotografie berücksichtigt werden kann. Im interdisziplinären Zusammenspiel wird das Ziel verfolgt, breit aufgerissene Problemhorizonte zu diskutieren und zu reflektieren. Willkommen sind daher fotografieinteressierte Wissenschaftler_innen aus allen Disziplinen. Für die Teilnahme ist es nicht zwingend notwendig, Mitglied der GfM oder der AG Fotografieforschung zu sein. Im Sinne des Workshop-Charakters steht die Diskussion im Vordergrund. Vorab wird von den eingeladenen Referent_innen ein ca. 8-seitiges Papier eingereicht, das die methodischen Überlegungen und Fragen an einer eigenen Fallstudie oder anhand einer exemplarischen und einschlägigen Position umreißt. Das Papier soll von allen Workshop-Teilnehmer_innen gelesen worden sein. Auf dem Workshop wird lediglich eine maximal 10minütige Impulspräsentation stattfinden, die das jeweils diskutierte Material mit den Leitfragen koppelt. Im Anschluss jeder Präsentation findet eine ca. 30minütige Diskussion statt.

Anmeldungen bitte an die Organisatoren: Daniel Bühler (Cottbus) und Jens Ruchatz (Marburg)
(E-Mail: d.buehler@b-tu.de; ruchatz@staff.uni-marburg.de)

Am Workshop kann nur nach vorheriger Anmeldung teilgenommen werden.

Donnerstag | 14.06.2018

14.00 Uhr     Daniel Bühler (Cottbus) und Jens Ruchatz (Marburg) Begrüßung und Einführung

Panel 1

14.20 Uhr     Mona Schubert (Köln) Das dirigierte Bild: Gilbert Simondons „Die Existenzweise technischer Objekte“ (1958) und das fotografische Dispositiv

15.00 Uhr     Stephan Sagurna (Münster) Materialimmanente Spurenanalyse: Zur technischen Genese und Rekonstruktion des Bildentstehungsprozesses von Fotografien

15.40 Uhr     Franz Hefele (München) „Handhaltung: Körperhaltung“: Otto Croy über den Umgang mit fotografischer Technik

16.20 Uhr     Kaffeepause

Panel 2

16.50 Uhr     Carolin Anda (Potsdam) Visuelle und technische Ebenen in Bilderkennungsalgorithmen: Vom visuellen Software-Training zum zwinkernden Selfie

17.30 Uhr     Birk Weiberg (Zürich) Existenzweisen der Kamera

18.10 Uhr     Joachim Froese (Brisbane) Fotografie als Technik

18.50 Uhr     Ende

19.00 Uhr     Gemeinsames Abendessen

Freitag | 15.06.2018

Archivbesuch: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg

9.00 Uhr        Hubert Locher, Sonja Feßel und Susanne Dörler (Marburg) Archivbesuch

Panel 3

11.20 Uhr     Antje Dittmann (Berlin) Das Ringen der Fotografie um Eigenständigkeit in der fotomechanischen Vervielfältigung

12.00 Uhr     Doris Gassert (Winterthur) In/stabile Bilder und die Politiken der Repräsentation

12.40 Uhr     Mittagspause

Panel 4

14.00 Uhr     Verena Kuni (Frankfurt a. M.) Lochkamera

14.40 Uhr     Stefanie Stallschus (Berlin) Sichtbare Dunkelheit – Die Nachtaufnahme als ein intensiviertes Bild der Technik

15.20 Uhr     Maria Männig (Karlsruhe) Scan(phot)ography. Von der Kunst des Bildermachens

16.00 Uhr     Schlussdiskussion

16.30 Uhr     Ende

CfP: Fotografie und Technik | 4. Workshop der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft

Call for Papers:
Fotografie und Technik
4. Workshop der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft

Am 14./15. Juni 2018 am Institut für Medienwissenschaft und am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg

Bitte finden Sie eine ausführliche Beschreibung hier:
CfP Workshop 2018

Der Workshop verfolgt das Ziel, im interdisziplinären Zusammenspiel, die aufgerissenen Problemhorizonte zu diskutieren und zu reflektieren. Willkommen sind fotografieinteressierte Wissenschaftler_innen aus allen Disziplinen. Vor allem anhand von case studies sollen theoretische und methodische Explorationen unternommen werden. Im Sinne des Workshop-Charakters steht die Diskussion im Vordergrund. Vorab ist von den eingeladenen Referent_innen ein ca. 8-seitiges Papier einzureichen, das die methodischen Überlegungen und Fragen an einer eigenen Fallstudie oder anhand einer exemplarischen und einschlägigen Position umreißt. Auf dem Workshop wird lediglich eine maximal 10minütige Impulspräsentation stattfinden, die das jeweils diskutierte Material mit den Leitfragen koppelt. Im Anschluss jeder Präsentation findet eine ca. 30minütige Diskussion statt.

Zur Einreichung von Beiträgen genügt eine maximal einseitige Skizze (ca. 300 Wörter), die bis zum 11. Februar 2018 bei den Organisatoren (Email: d.buehler@b-tu.de; ruchatz@staff.uni-marburg.de) eingegangen sein muss. Um die Vorbereitung der Papiere durch die Teilnehmer_innen des Workshops zu ermöglichen, müssen die finalen Papiere bis spätestens zum 25. Mai vorliegen.

Um die Planung zu erleichtern wird gebeten auch die Teilnahme als einfache Diskutant_innen baldmöglichst anzumelden. Für die Teilnahme als Diskutant_in oder als Referent_in ist es nicht zwingend notwendig, Mitglied der GfM oder der AG Fotografieforschung zu sein.

Der Workshop findet am 14. Juni statt. Bei entsprechender Zahl der Rückmeldungen kann er auf den nachfolgenden 15. Juni ausgedehnt werden. Tagungsort sind das Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg sowie das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg. An- und Abreise wird am jeweiligen Workshop-Tag möglich sein.

Organisiert von Daniel Bühler (Cottbus) und Jens Ruchatz (Marburg)