Neu erschienen: Standardwerk zur Kombinatorischen Fotografie

Buchdeckel Kombinatorische Fotografie – 1972

Aktuell und endlich (46 Jahre nach ihrer Erfindung) ist das Standardwerk zur Kombinatorischen Fotografie erschienen.

Als apparatives fotografisches Verfahren gehört die Kombinatorische Fotografie zum Genre der Generativen Fotografie, die 1968 von Gottfried Jäger geprägt wurde.

Das vorliegende Buch präsentiert als Bildband Qualität und Bandbreite des Eggertschen Werkkomplexes. Zusätzlich werden in einem separaten Bildkapitel „Werkstatt“ die technischen Aspekte der Bildentstehung vorgestellt. Die Werkstatt-Einblicke reichen dabei von der niedergeschriebenen Idee als Programmblatt mit Zahlenketten über einen Auszug aus der Patentschrift zum Apparat und die filmtechnischen Experimente zur exakten Farbwiedergabe auf Ektachrome-Material bis hin zu fotografischen Notizen aus dem Werkstattbuch des Erfinders und Künstlers Eggert.

Blick ins Buch, Werkstatt-Teil

Neben der technischen Einordnung dieses solitären fotografischen Verfahrens, bis hin zur Nachvollziehbarkeit des komplexen Bildentstehungsprozesses ist der ergänzende Textteil auch der ästhetisch-künstlerischen Verortung hilfreich.

Diese Multi-Perspektive auf das Kombinatorische Werk wird erst durch eine interdisziplinäre Autorenriege ermöglicht, die von Gottfried Jäger, dem Ur-Vater der Generativen Fotografie über Herbert W. Franke, der sich als Physiker und Philosoph mit dem Grenzgang von Apparat und Kunst bereits seit den 1950er Jahren beschäftigt, und bis zu Ralf Hanselle als Foto- und Kunstkritiker und Stephan Sagurna als Bildwissenschaftler reicht.

Nach seiner Erfindung und Patentierung im Jahr 1972 ist das Verfahren der Kombinatorischen Fotografie über Jahrzehnte nahezu unbeachtet gewesen und fast in Vergessenheit geraten.

Seit einigen Jahren (und sicherlich mit bedingt auch durch die aktuelle Rückbesinnung auf ‚50 Jahre generative Fotografie’) regt sich jedoch die Aufmerksamkeit der Fotogeschichte als auch der Kunstszene um die Kombinatorische Fotografie.

Das vorliegende Buch bringt tatsächlich etwas Licht in Werkkomplex und Entstehungsgeschichte der Kombinatorischen Fotografie und bildet einen wichtigen Puzzlestein in der ganzheitlichen Rezeption des fotografisch-kulturgeschichtlichen Phänomens der Generativen Fotografie und ihrer Verästelungen.

Blick ins Buch, Werkkomplex

Interessant ist das Angebot der Herausgeber, die fundierten fachlichen Aspekte des Buchs durch persönlich-subjektive Erfahrungen zu ergänzen. Für die Betrachtung der Kombinatorischen Bildwelten enthält das Buch Musikempfehlungen zum Hörgenuss. Folgt man diesen Empfehlungen, lässt sich der Zeitsprung in die 1970er Jahre dank Pink Floyd und Tangerine Dream noch direkter nachvollziehen.

 

Kombinatorische Fotografie – 1972.

Apparative Kunst, Algorithmen und Abstraktion.

Betrachtungen zu einem blinden Fleck der Fotogeschichte.

Hg.: Eggert / Sagurna

Bildband mit ergänzenden Beiträgen von Gottfried Jäger, Herbert W. Franke, Ralf Hanselle und Stephan Sagurna

132 Seiten, 66 Abbildungen, durchgängig 4-farbig

ISBN  978-3-00-060631-1

17,80 €

Nonkonform – Verlag

Out now: Fabrikation eines Verbrechers

Fabrikation eines Verbrechers. Der Kriminalfall Bruno Lüdke als Mediengeschichte

Dieses Buch ist zusammen mit dem Historiker Axel Doßmann (Universität Jena) und in Kooperation mit dem Grafiker Markus Dreßen und dem Verlag Spector Books Leipzig entstanden. Es handelt sich um eine Studie, in der Dokumentarfotografien als Teil des Forschungsfeldes Visuelle Kultur explizit verhandelt werden.

1944 ließen Akteure der Kriminalpolizei und des Reichssicherheitshauptamtes den zwangssterilisierten Bruno Lüdke aus Köpenick in Wien ermorden. Nach dem Krieg nutzten Journalisten Akten und Artefakte der Kripo, wie Tatortfotos, eine Büste und einen Handabguss für „Enthüllungsgeschichten“ in illustrierten Zeitungen. Dort nannte man ihn „den größten Massenmörder in der Kriminalgeschichte“. International populär wurde der Kriminalfall durch Robert Siodmaks preisgekrönten Film „Nachts, wenn der Teufel kam“ mit Mario Adorf in der Rolle des geisteskranken Verbrechers.

Mit „Fabrikation eines Verbrecher“ liegt eine Visual History über Kriminalität, Gewalt und rassistische Menschenbilder vor. Rekonstruiert wird, unter welchen Bedingungen der Fake im Nationalsozialismus entstand und warum er sich als True Crime in der Bundesrepublik etablieren konnte.

Heutige Vorstellungen vom Bösen (und Fremden) haben eine Geschichte, über die unsere Fallstudien aufklären. Ein Mensch wurde hier ermordet und medial verwertet  – unser Buch benennt die Täter, Mittäter und Nutznießer aus Polizei, Justiz und Journalismus vor und nach 1945.

    

In dieser Mediengeschichte wird die Faszination des Bösen und des Fremden als Repräsentationen in verschiedenen Medien (z.B. Buch, Fotografie, Akte, Film, Zeitung, Illustrierte, Album, TV-Film, Büste, Internet) untersucht. Die Quellen und ihre Archive sollten visuell so präsentiert werden, dass die Thesen nachvollziehbar sind. Die Arbeit an den rassistischen Artefakten und Sammlungsbeständen zum Kriminalfall fordern ethische und ästhetische Haltungen ein, die über das konkrete Beispiel hinausweisen. Historische und ästhetische Kontexte haben wir mit eigenen Bildmontagen in den Blick gerückt: Wo war ein Artikel einst platziert? Wie ändert sich der Blick, wenn man auf eine Bildlegende bewusst verzichtet?

Fotografien zeigen und analysieren wir in den jeweiligen medialen und historischen wie gegenwärtigen Kontexten. Es werden bilddiskursive Felder herausgearbeitet und exemplarisch Bilddiskursanalysen vorgestellt. Für die Präsentation der Artefakte haben wir mit zwei Dokumentarfotografen zusammengearbeitet.

                          

Die Gestaltung will zum Studieren wie auch zum Schmökern und Entdecken einladen; historische Bildung soll auch Vergnügen bereiten und eine Chance bieten, Medien auf andere Art wahrzunehmen.

Links:
Visual History: https://www.visual-history.de/project/fabrikation-eines-verbrechers/
Hier kann man ins Buch hineinblättern, Spector Books: http://spectorbooks.com/de/fabrikation-eines-verbrechers

Axel Doßmann/Susanne Regener, Fabrikation eines Verbrechers. Der Kriminalfall Bruno Lüdke als Mediengeschichte, Spector Books, Leipzig 2018, 332 Seiten, 386 Abb., davon 87 in Farbe, EUR 38,00


Abbildungen:
Kiste mit Materialien zum Kriminalfall, 2015: Fabrikation von Beweisen: Kiste aus der Polizeihistorischen Sammlung Berlin mit diversen Materialien aus den 1940er und 1950er Jahren, die bis 1993 dazu dienten, Bruno Lüdke in der Ausstellung als Serienmörder darzustellen; Polizeihistorische Sammlung Berlin, 23 x 29 cm; Foto: Jonas Zilius, 2015
Jonas Zilius fotografiert die Büste Lüdkes aus dem Jahr 1944: Der Karlsruher Fotograf Jonas Zilius bei der Arbeit im Department für Gerichtliche Medizin der Medizinischen Universität Wien; Foto: Susanne Regener, 2014
Inszeniertes Verhör mit Lüdke, Frühjahr 1943:  Sekretärin Gertrude Steiner, Kriminalkommissar Heinrich Franz und Lüdke in der Nähe eines Tatortes, Fotografie von 1943, reproduziert in der Münchner Illustrierten vom 8. Dezember 1956; Foto: Jonas Zilius, 2015
Französisches Kinoplakat, 1958: Die SS schlägt nachts zu, die plakative Deutung von Robert Sidomaks Filmparabel im Poster von Clément Hurel für die französische Kinoauswertung von Nachts, wenn der Teufel kam. Frankreich 1958, 161 x 116 cm; Sammlung Axel Doßmann, Berlin
Setfotografie mit Mario Adorf als Lüdke, 1957: Lüdke-Darsteller Mario Adorf posiert mit einem Schattenriss-Porträt des vermeintlichen Massenmörders. Filmstill für die Bewerbung von Robert Siodmaks Spielfilm Nachts, wenn der Teufel kam (1957), Fotograf: unbekannt; Akademie der Künste Berlin, Mario-Adorf-Archiv, Adorf 487.

Kombinatorische Fotografie 1972 – Apparative Kunst, Algorithmen und Abstraktion. Unterstützer-Aufruf für ein Buchprojekt zu einem blinden Fleck der Foto- und Fototechnik-Geschichte

Die  ‚Kombinatorische Fotografie 1972‘, stellt als einer der Vorreiter der Computerkunst ein ganz besonderes Phänomen der jüngeren Fotografiegeschichte der 1970er-Jahre dar.

Kombinatorische Fotografie Nr. 98. C-Print (2018) vom Original-Dia (1972)

Formal zum Genre der Generativen Fotografie (begründet von Gottfried Jäger im Jahr 1968) gehörend, wurde die Kombinatorische Fotografie als apparatebasierte Fotografie, gegenstandslos und Farb- und Kreis-Kompositionen generierend, 1972 von Alfons Eggert erfunden und zum Patent angemeldet.

 

Der Kombinatorische Apparat

Eggert hat damals mit seinem Verfahren einen kleinen aber festen Bestandteil der Fotogeschichte mitgeschrieben, wurde wegen seiner Verdienste um diese spezielle Art der Fotografie auch in die DGPh berufen, ist dann aber bald in Vergessenheit geraten.

 

Programmblatt

Lange Jahre war die Kombinatorische Fotografie Teil des „Blinden Flecks der Fotogeschichte“. Als einer der Vorreiter der Computerkunst und parallel auch zur Rückbesinnung auf die Generative Fotografie um Gottfried Jäger, gerät seit einiger Zeit nun auch der Werkkomplex der Kombinatorischen Fotografie wieder in den Fokus der Wahrnehmung durch Fotografie- und Kunstwelt (z.B. Rundbrief Fotografie NF 88, 2015, Paris Photo 2016).

 

Alfons Eggert – Erfinder der Kombinatorischen Fotografie
Portrait mit Kompositionsscheibe
04/2016

Aktuell arbeitet Alfons Eggert gemeinsam mit dem Bildwissenschaftler Stephan Sagurna an einem Buchprojekt, das via Crowdfunding realisiert werden soll. Ein Bildband zum Werkkomplex, gemeinsam mit vertiefenden Hintergrundinformationen soll nun diese eigenwillige, eigenartige aber unbedingt auch ästhetisch ansprechende technisch-gestalterische Variante der Fotografie dokumentieren und somit fest in der Fotogeschichtsschreibung verankern.

 

Cover-Entwurf „Kombinatorische Fotografie 1972“

Für das Buchprojekt sind ab sofort Vorbestellungen möglich. Im Rahmen des Schwarm-Projekts zählt jede einzelne Unterstützung.

 

Hier können Sie sich zum Hintergrund des Projekts und zur Kombinatorischen Fotografie informieren und auch aktiv unterstützen:

https://www.kickstarter.com/projects/787639545/kombinatorische-fotografie-1972?lang=de

Über Ihr Interesse, Ihre Unterstützung und auch Rückmeldungen zur Kombinatorischen Fotografie freuen sich die Herausgeber.

Programm: Fotografie und Technik | 4. Workshop der AG Fotografieforschung

14. und 15. Juni 2018, am Institut für Medienwissenschaft / Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg

Der Workshop versteht die Technik als einen zentralen, aber diverser Teil der Fotografie. Im Workshop wird der Frage nach der Technik weniger grundsätzlich theoretisiert nachgegangen, als dass in den Mittelpunkt gestellt wird, wie die Technik in der Erforschung der Fotografie berücksichtigt werden kann. Im interdisziplinären Zusammenspiel wird das Ziel verfolgt, breit aufgerissene Problemhorizonte zu diskutieren und zu reflektieren. Willkommen sind daher fotografieinteressierte Wissenschaftler_innen aus allen Disziplinen. Für die Teilnahme ist es nicht zwingend notwendig, Mitglied der GfM oder der AG Fotografieforschung zu sein. Im Sinne des Workshop-Charakters steht die Diskussion im Vordergrund. Vorab wird von den eingeladenen Referent_innen ein ca. 8-seitiges Papier eingereicht, das die methodischen Überlegungen und Fragen an einer eigenen Fallstudie oder anhand einer exemplarischen und einschlägigen Position umreißt. Das Papier soll von allen Workshop-Teilnehmer_innen gelesen worden sein. Auf dem Workshop wird lediglich eine maximal 10minütige Impulspräsentation stattfinden, die das jeweils diskutierte Material mit den Leitfragen koppelt. Im Anschluss jeder Präsentation findet eine ca. 30minütige Diskussion statt.

Anmeldungen bitte an die Organisatoren: Daniel Bühler (Cottbus) und Jens Ruchatz (Marburg)
(E-Mail: d.buehler@b-tu.de; ruchatz@staff.uni-marburg.de)

Am Workshop kann nur nach vorheriger Anmeldung teilgenommen werden.

Donnerstag | 14.06.2018

14.00 Uhr     Daniel Bühler (Cottbus) und Jens Ruchatz (Marburg) Begrüßung und Einführung

Panel 1

14.20 Uhr     Mona Schubert (Köln) Das dirigierte Bild: Gilbert Simondons „Die Existenzweise technischer Objekte“ (1958) und das fotografische Dispositiv

15.00 Uhr     Stephan Sagurna (Münster) Materialimmanente Spurenanalyse: Zur technischen Genese und Rekonstruktion des Bildentstehungsprozesses von Fotografien

15.40 Uhr     Franz Hefele (München) „Handhaltung: Körperhaltung“: Otto Croy über den Umgang mit fotografischer Technik

16.20 Uhr     Kaffeepause

Panel 2

16.50 Uhr     Carolin Anda (Potsdam) Visuelle und technische Ebenen in Bilderkennungsalgorithmen: Vom visuellen Software-Training zum zwinkernden Selfie

17.30 Uhr     Birk Weiberg (Zürich) Existenzweisen der Kamera

18.10 Uhr     Joachim Froese (Brisbane) Fotografie als Technik

18.50 Uhr     Ende

19.00 Uhr     Gemeinsames Abendessen

Freitag | 15.06.2018

Archivbesuch: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg

9.00 Uhr        Hubert Locher, Sonja Feßel und Susanne Dörler (Marburg) Archivbesuch

Panel 3

11.20 Uhr     Antje Dittmann (Berlin) Das Ringen der Fotografie um Eigenständigkeit in der fotomechanischen Vervielfältigung

12.00 Uhr     Doris Gassert (Winterthur) In/stabile Bilder und die Politiken der Repräsentation

12.40 Uhr     Mittagspause

Panel 4

14.00 Uhr     Verena Kuni (Frankfurt a. M.) Lochkamera

14.40 Uhr     Stefanie Stallschus (Berlin) Sichtbare Dunkelheit – Die Nachtaufnahme als ein intensiviertes Bild der Technik

15.20 Uhr     Maria Männig (Karlsruhe) Scan(phot)ography. Von der Kunst des Bildermachens

16.00 Uhr     Schlussdiskussion

16.30 Uhr     Ende

CfP: Fotografie und Technik | 4. Workshop der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft

Call for Papers:
Fotografie und Technik
4. Workshop der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft

Am 14./15. Juni 2018 am Institut für Medienwissenschaft und am Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Philipps-Universität Marburg

Bitte finden Sie eine ausführliche Beschreibung hier:
CfP Workshop 2018

Der Workshop verfolgt das Ziel, im interdisziplinären Zusammenspiel, die aufgerissenen Problemhorizonte zu diskutieren und zu reflektieren. Willkommen sind fotografieinteressierte Wissenschaftler_innen aus allen Disziplinen. Vor allem anhand von case studies sollen theoretische und methodische Explorationen unternommen werden. Im Sinne des Workshop-Charakters steht die Diskussion im Vordergrund. Vorab ist von den eingeladenen Referent_innen ein ca. 8-seitiges Papier einzureichen, das die methodischen Überlegungen und Fragen an einer eigenen Fallstudie oder anhand einer exemplarischen und einschlägigen Position umreißt. Auf dem Workshop wird lediglich eine maximal 10minütige Impulspräsentation stattfinden, die das jeweils diskutierte Material mit den Leitfragen koppelt. Im Anschluss jeder Präsentation findet eine ca. 30minütige Diskussion statt.

Zur Einreichung von Beiträgen genügt eine maximal einseitige Skizze (ca. 300 Wörter), die bis zum 11. Februar 2018 bei den Organisatoren (Email: d.buehler@b-tu.de; ruchatz@staff.uni-marburg.de) eingegangen sein muss. Um die Vorbereitung der Papiere durch die Teilnehmer_innen des Workshops zu ermöglichen, müssen die finalen Papiere bis spätestens zum 25. Mai vorliegen.

Um die Planung zu erleichtern wird gebeten auch die Teilnahme als einfache Diskutant_innen baldmöglichst anzumelden. Für die Teilnahme als Diskutant_in oder als Referent_in ist es nicht zwingend notwendig, Mitglied der GfM oder der AG Fotografieforschung zu sein.

Der Workshop findet am 14. Juni statt. Bei entsprechender Zahl der Rückmeldungen kann er auf den nachfolgenden 15. Juni ausgedehnt werden. Tagungsort sind das Institut für Medienwissenschaft der Philipps-Universität Marburg sowie das Deutsche Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg. An- und Abreise wird am jeweiligen Workshop-Tag möglich sein.

Organisiert von Daniel Bühler (Cottbus) und Jens Ruchatz (Marburg)

GfM-Jahrestagung 2017 | AG-Panel ‚Fotografie und Display: Zur Zugänglichkeit digitaler Fotografien‘ | 06.10.17, 11h00

Im Rahmen der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft zum Thema ‚Zugänge‘ am Institut für Theater- und Medienwissenschaft der FAU Erlangen-Nürnberg vom 4. – 7. Oktober 2017 findet am Freitag, 06.10., von 11h00 bis 13h00 im Großen Hörsaal das Panel der AG Fotografieforschung mit dem Titel ‚Fotografie und Display: Zur Zugänglichkeit digitaler Fotografien‚ statt.

Nähere Informationen zur Jahrestagung:
http://www.gfm2017.de/

Digitale Fotografien sind nicht im engeren Sinn materiell gebunden, die Bildinformation ist in einem binären Code gespeichert. Um für die Wahrnehmung zugänglich zu werden, müssen sie sich jedoch materialisieren. Unter den Bedingungen der Digitalität erfordert es also ein Display – als Schnittstelle von Hardware, Software, (fotografischen) Daten und User – das die Bilder bzw. Daten perzeptiv zugänglich macht. Die Lösung der Bilder von einer festen Materialität hat digitalen Fotografien auch eine neue Operativität verliehen, welche unter den Bedingungen einer allgemeinen Algorithmisierung – auch kultureller Praktiken – erst zur Entfaltung kommt. Die Konjunktur der Fotografie als Bild im Display der Foto-Kamera, des Smartphones, des Tablets oder allgemeiner des Computers kann auf die Allgegenwart dieser ›neuen‹ Technologien zurückgeführt werden. Wenn man heute mit Fotografien zu tun hat, ist immer auch das Display (mit) im Bild.

Den Funktionen und Aufgaben von Fotografien und Displays sowie den Bedingungen, denen die Zugänglichmachung und Erzeugung von Fotografien im Display unterliegt, geht das Panel nach. Technische/materielle Bedingungen werden befragt, z.B. verschiedene dispositive Anordnungen, die durch Hardware vorgegeben werden sowie die Software, denen die Anzeige der Bilder unterworfen ist. Das Display als Schnittstelle von Kultur und Technik wird untersucht, indem die ästhetischen, diskursiven, sozialen und ökonomischen Rahmungen herausgearbeitet werden, welche die Bereitstellung und Verwendung, d.h. den Zugang zu Display-Fotografien beschränken und regeln. Des Weiteren werden die fotografischen Bildoberflächen selbst als Zugang zu Daten und Informationen untersucht werden, z.B. Screenshots zur Dokumentation von Sachverhalten, (künstlerische) Auseinandersetzungen mit via Display Angebotenem, In-Game-Fotografie und Desktop-Hintergründe.

Panel-Programm:
Chair(s): Winfried Gerling (Fachhochschule Potsdam), Jens Ruchatz (Philipps-Universität Marburg), Daniel Bühler (Brandenburgische Technische Universität Cottbus – Senftenberg)

  • Schirmbilder – Fotografieren im Digitalen
    Winfried Gerling, Fachhochschule Potsdam
  • The Crack in the Bridge
    Lisa Andergassen, Fachhochschule Potsdam
  • Streaming als Ausstellungsdisplay
    Birk Weiberg, Zürcher Hochschule der Künste
  • Fotografie in Schlagwörtern – Die Verwendung von Bilderkennungsalgorithmen zur Gewährleistung blinden-gerechter Displays
    Carolin Anda, Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Das Panel-Programm mit Vortrags-Abstracts:
https://www.conftool.pro/gfm2017/index.php?page=browseSessions&form_session=180&presentations=show

Deep Blue: „New Realities“ im Rijksmuseum

Noch bis zum 17. September befasst sich die Ausstellung ‚New Realities’ mit der fotografischen Sammlung des Amsterdamer Rijksmuseums. Das Projekt hat ein breites Medienecho erzeugt, ist die Fotografie doch erst seit Mitte der 1990er-Jahre Gegenstand des Sammelinteresses. Dies verwundert angesichts der kulturhistorischen Ausrichtung des Museums. Dennoch ist die fotografische Sammlung inzwischen längst international konkurrenzfähig.

Dass man sich darum bemüht, Akzente zu setzen, macht die Schau deutlich, in deren Zentrum Anna Atkins’ Werk ‚British Algae: Cyanotype Impressions’ von 1843/44 steht, das als weltweit erstes Fotobuch gilt und gleichzeitig die Leistung einer Foto-Pionierin vorstellt. Das Museum konnte 2017 eines dieser fotogrammatischen Herbarien erwerben und nimmt den Neuankauf zum Anlass, die verschiedenen Facetten der frühen Fotografie auszuloten. Dem Medium Fotografie versucht die Ausstellung gerecht zu werden, indem sie ihre materielle wie thematische Varietät zeigt und versucht, neue Perspektiven zu öffnen. In meinem Beitrag widme ich mich vor allem dem diffizilen Verhältnis der Fotografie zur Naturabbildung.

Der hervorragend ausgestattete und edierte Katalog stellt Atkins‘ Cyanotypien großformatig voran und nimmt damit die durchaus mutige kuratorische Entscheidung auf, einer bisher marginalisierten Position eine prominente Rolle zuzuweisen.  Keep Reading

Programm für Workshop der AG Fotografieforschung: „Fotografie als Auslöser“

 

WORKSHOP: FOTOGRAFIE ALS AUSLÖSER

Untenstehend finden Sie das Programm für den Workshop der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft.

Interessierte melden sich bitte per Mail unter andergassen@fh-potsdam.de an (Betreff: Anmeldung Workshop Auslöser).

Die Paper der Vortragenden werden allen angemeldeten Teilnehmenden ab dem 16.06. zur Verfügung gestellt.

Datum:
Fr, 23.6. 10.00 – 17.00 Uhr

Ort:
ZeM – Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften
Friedrich-Ebert-Straße 4
14467 Potsdam

Organisiert von: Winfried Gerling, Andreas Sudmann und Lisa Andergassen

Ablauf:
10:00 – 10:30
Begrüßung

10:30 – 12:00
Lina Maria Stahl: „Hidden Stars. Astrofotografie als mediales Akteur-Netzwerk“
Maria Männig: „Zum mimetischen Begehren auf Instagram“

12:00 – 13:00
Mittagspause

13:00 – 14:30
Stefanie Wenger: „Objects that look good online – Der installation shot als Substitut des Kunstwerks“
Tati Rosenstein: „Das fotografische Standbild aus Auslöser computer-animierter Installationen.“

14:30 – 15:00
Kaffepause

15:00 – 15:45
Michael Kuhmann: „Spurensuche im Licht – eine Geschichte von Displays an Blitzgeräten“

15:45 – 17:15
Abschlussdiskussion
Diskussion der Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses Schlussworte