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Daniel Bühler

Akademischer Mitarbeiter | Lehrstuhl für Angewandte Medienwissenschaften | Brandenburgische Technische Universität Cottbus - Senftenberg | http://www.b-tu.de/fg-medienwissenschaft/

CfP: Faktizität und Gebrauch früher Fotografie – Studientag der Fototheken der Bibliotheca Hertziana und des Deutschen Archäologischen Instituts Rom

Faktizität und Gebrauch früher Fotografie
Studientag der Fototheken der Bibliotheca Hertziana – Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte und des Deutschen Archäologischen Instituts Rom
23./24.3.2017

Keynote speaker:
Prof. Dr. Peter Geimer (Freie Universität Berlin)
Prof. Dr. Jens Ruchatz (Philips-Universität Marburg)

Erwünscht sind Beiträge, die Zusammenspiel und Wechselwirkung fotografischer Praxis und Materialität und ihrer Verwendungszusammenhänge entweder anhand eines konkreten Fallbeispiels (Konvolut, Fotograf, Rezipient etc.) oder übergreifend untersuchen. Der Studientag schlägt dabei eine Brücke zwischen den Disziplinen Archäologie, Kunstgeschichte und Medienwissenschaften, was in den einzelnen Beiträgen je nach Schwerpunktlegung ebenfalls besondere Berücksichtigung finden kann.

Nähere Informationen:
CfP-Deutsch-studientag-fruehe-fotografie
CfP-English-early-photography
CfP-Italiano-giornate-di-studio_prima-fotografia

Link zur Website:
http://www.biblhertz.it/aktuelles/calls-for-papers/faktizitaet-und-gebrauch-frueher-fotografie/

Bitte senden Sie bis zum 16. Oktober 2016 Ihr Exposé mit Lebenslauf an folgende Adressen:
fototeca@biblhertz.it und fotothek.rom@dainst.de

Es werden die Kosten für Reise (economy class) und Unterbringung gemäß den Vorgaben des deutschen Gesetzes zur Übernahme von Reisekosten erstattet.

Organisation: Tatjana Bartsch (BH), Ralf Bockmann (DAI), Paul Pasieka (DAI), Johannes Röll (BH)

Fotobücher als multimodale Metaphern – Eine Skizze

Metaphern sind kein sprachliches Phänomen. Metapher sind kognitive Prozesse, die beinhalten, dass Aspekte und Merkmale eines konzeptuellen Bereiches auf einen anderen konzeptuellen Bereich übertragen werden. Das ist die Grundannahme der Conceptual Metaphor Theory (CMT) nach George Lakoff und Mark Johnson (1980, 2003). Konzeptuelle Bereiche sind in diesem Zusammenhang z.B. mentale Repräsentationen und kognitive Schemata. Die kognitive Übertragung kann auf unterschiedliche Weisen realisiert werden, z.B. sprachlich. Sie kann aber auch auf viele andere Weisen realisiert werden, z.B. bildlich, klanglich, geruchlich, haptisch usw.. I.d.R. hat die Übertragung zum Ziel, den Zielbereich (besser) verstehen zu können. Wenn die Bereiche der Übertragungen mindestens mittels zwei verschiedener Modi, d.h. auf zwei unterschiedliche Weisen dargestellt werden, z.B. bildlich und sprachlich, bezeichnet Charles Forceville (2007, 2008, 2009) sie als multimodale Metaphern.

In einem kurzen Essay möchte ich darüber nachdenken, ob die Überlegungen zur multimodalen Metapher für die Analyse von Fotobüchern fruchtbar sein können. Ich nehme an, dass die Betrachtung von Fotobüchern mittels des Ansatzes der multimodalen Metaphern beschrieben und nachvollzogen werden kann. Fotobücher entfalten auf multimodale Weise Bedeutung und Wirkung, d.h. Fotobücher enthalten nicht lediglich fotografische Bilder. Sie enthalten meist Text, haben eine gewisse Größe, einen ausgewählten Einband, gewisses Papier und einen gewissen Geruch. Der Text ist in einer Schriftart gesetzt. Die Bilder sind auf eine gewisse Weise im Buch und auf den Seiten arrangiert. Alle diese Aspekte tragen zur Bedeutung und Wirkung von Fotobüchern bei. Ich denke, dass die Aspekte ebenfalls dazu verwendet werden können multimodale Metaphern zu realisieren. Dabei werden gewisse Eigenschaften und Merkmale eines Bereiches auf die Fotobücher übertragen. Ich gehe in dem Essay zunächst auf die CMT ein. Anschließend beschreibe ich ein Beispiel einer multimodalen Metapher und stelle die Überlegungen zur multimodalen Metapher nach Forceville vor. Zum Abschluss versuche ich anhand von drei Beispielen zu zeigen, dass Fotobücher als Realisierungen multimodaler Metaphern verstanden werden können.

Den Essay können Sie hinter folgendem Link laden:
Fotobuecher als Multimodale Metaphern (PDF)

Ich freue mich über Anregungen und Kritik. Gerne als Kommentar an dieser Stelle oder z.B. per E-Mail an: d.buehler at b-tu.de

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Tagung Fotografisches Zeigen (Braunschweig, 2-3 July 15)

PDF Programm: Tagung Valenzen fotografischen Zeigens Juli 2015 HBK Braunschweig

Tagung des DFG-Graduiertenkollegs »Das fotografische Dispositiv« und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
2./3. Juli 2015

Die Tagung setzt verschiedene Valenzen des fotografischen Zeigens in Beziehung. Drei oft verwobene Aspekte dienen als Ausgangspunkte: 1. EtwasZeigen und SichZeigen – Transparenz und Opazität fotografischer Bilder, 2. GezeigtWerden – Gesten der Präsentation und Praktiken der Rezeption, 3. NichtZeigen – Entscheidung oder Fügung?.

Der fototheoretische Diskurs war bis zur Etablierung der digitalen Bildproduktion primär vom Transparenz-Paradigma, dem indexikalisch-apparativen Referenzverhältnis sowie hieraus resultierenden soziologischen, politischen und kulturhistorischen Fragestellungen geprägt. Die jüngere Forschung geht hingegen davon aus, dass digitale und analoge Fotografien »ihrer eigenen Natur nach auf einem doppelten Zeigen beruhen, nämlich etwas zu zeigen und sich zu zeigen« (Gottfried Boehm). Das Bedingungsgefüge transparenter und opaker Valenzen, Effekte des Apparates und Eigenwertigkeiten der Trägermaterialien geraten so verstärkt in den Blick. Die Tagung stellt die Frage, wie diese Aspekte fotografischer Bilder nicht nur Anderes sichtbar machen, sondern auch in ihrer eigenen Sichtbarkeit unsere Wahrnehmung und unser Handeln bestimmen.

Dieser Blickwinkel rückt das Wie des Zeigens in den Fokus: seine kulturellen, institutionellen, individuellen und medialen Handlungsfelder und Diskurse sowie bewusste und unbewusste Gesten des Präsentierens. Fotografien sind in privaten Alben, künstlerischen Fotobüchern, den Social Media, Kunstausstellungen, Archiven und wissenschaftlichen Bildpraxen zu »hyperimages« (Felix Thürlemann) verbunden. Sie interagieren sinnstiftend auch mit anderen Medien. Die das Einzelbild übergreifenden Strukturen stellen einen wesentlichen Teil fotografischen Zeigens dar.

Daneben ist der Zeigegeste und dem Gezeigten stets die Entscheidung für ein NichtZeigen inhärent. Wie vollzieht sich der Entzug von Sichtbarkeit im Feld des Fotografischen? Droht dem Medium, das scheinbar alles auf- und bezeichnet, durch fortgesetztes Zeigen eine sukzessive materielle wie semantische Auslöschung? Und wie funktioniert NichtZeigen als regulierendes, machtstrategisches Handeln? Steht es konträr zu Zeigegesten, die die Beliebigkeit fotografischer Bildproduktion ausspielen? Fragen nach Auswahl und Ordnung, Verschleiß und Konservierung, Bildethik und Bildsensation sind daher heterogene Felder des Sozialen, Materiellen und Skopischen, in denen NichtZeigen zu einer Reflexion über das Zeigen führen kann.

Eine Tagung des DFG Graduiertenkollegs »Das fotografische Dispositiv« und der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Konzipiert und realisiert von Daniel Bühler, Dietmar Kohler, Natascha Pohlmann, Kristin Schrader und Katharina Sykora.

Koordination und Kontakt
Marcelina Kwiatkowski
0049 (0) 531 391-9359
ma.kwiatkwoski@hbk-bs.de
www.dasfotografischedispositiv.de

 
Tagungsort ist die Aula der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig
Johannes-Selenka-Platz 1, 38118 Braunschweig
www.hbk-bs.de

Der Besuch der Tagung ist frei von Gebühren und Voranmeldung

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