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Maria Männig

Promovierte Kunstwissenschaftlerin und Mit-Herausgeberin der NEUEN kunstwissenschaftlichen forschungen. Natürliches Blog-Biotop: ART[in]CRISIS.

Symposium der 11. Darmstädter Tage der Fotografie

Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie

Einsendeschluss: 30. November 2019 Symposium am Samstag, 25. April 2020

Humor und Fotografie haben mehr Gemeinsamkeiten als vordergründig ersichtlich ist.Beide durchleuchten bestehende Verhältnisse, überspitzen Ereignisse und verarbeiten Erfahrungen aus einem eigens ausgewählten Blickwinkel. Fotografie visualisiert mit präziser Pointierung, skurrilen Perspektiven, konzentrierten Momenten oder einer eigenwilligen Inszenierung die Welt, in der wir leben. Erst durch eine entrückte Betrachtungsweise gewinnen wir neue Einsichten. Humor schaut charmant auf Alltägliches, skizziert mit leicht verschobenen Blick das Gegenteil, spielt mit vordergründigen Assoziationen – und Hintergründiges blitzt auf. Humor oder Satire im Bild können komische Situationen, überraschende Wendungen und unerwartete Widersprüche sichtbar machen. Die distanzierte oder verschobene Betrachtungsweise vermittelt uns neue Perspektiven – und im Idealfall lässt sich aus den unerwarteten Erkenntnissen gesellschaftliches Handeln ableiten. Sie machen in jedem Fall den Ernst des Lebens erträglicher und hinterfragen unsere Einstellungen, Werte und Vorurteile. Das Jahresthema wird traditionell auch immer im Rahmen eines Symposiums diskutiert.

Humoristische Bilder gab es von Beginn der Fotografie an – Tiere in menschlichen Posen, Porträts von Grimassen schneidenden Menschen, skurrile Inszenierungen als Karikatur einer Persönlichkeit. Mit den sozialen Medien und digitalen Bildbearbeitungstechnologien erleben diese Bilder einen neuen Boom. Eine humorvolle Haltung des/der Fotografen*in ist oft Voraussetzung, um den entscheidenden Moment einzufangen. Dennoch waren humoristische Fotografien bisher kaum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Witz und der Ironie im Bild ist gerade in Zeiten, in denen Satire zum Streitfall wird, angesagt. Das Symposium soll zum Jahresthema der Darmstädter Tage der Fotografie den Vorstoß unternehmen, das weite Feld der fotografischen Komik zu untersuchen.

Die Organisatoren laden hierfür Kunsthistoriker*innen und Fotowissenschaftler*innen, Soziologen*innen und Psychologen*innen sowie alle, die sich in dem Gebiet der Humorforschung bewegen, ein, die Funktionsweise von Humor in der Fotografie zu diskutieren.

Willkommen sind interdisziplinäre Vorträge u. a. zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie funktioniert Humor in Bildern: Gibt es allgemeine ästhetische Strategien und Darstellungsweisen?
  • Können klassische komiktheoretische Positionen aus Psychologie und Philosophie bei der Auseinandersetzung mit Fotos angewendet werden?
  • Schwarzer Humor: Dürfen Bilder über Krieg, Gewalt und Terror humoristisch sein?
  • Satirische Bilder im Netz: Wie werden mächtige Persönlichkeiten / Herrscher in den sozialen Medien satirisch in Szene gesetzt und Bilder hierfür retuschiert und manipuliert? Wie funktioniert dabei das Phänomen des Meme?
  • Skurrile Inszenierungen als Gesellschaftskritik: Beispiele aus der Foto- und Kunstgeschichte unter ästhetischer und historischer Betrachtung
  • Die Absurdität der Realität: Ästhetische Mechanismen im Bereich der dokumentarischen Fotografie
  • Wer lacht über welches Bild: Kann man gesellschaftliche Trennlinien anhand der Reaktionen auf humoristische Bilder (z.B. in sozialen Medien) erkennen?
  • Weiblicher vs. männlicher Humor: Lassen sich genderspezifische ästhetische Strategien (z.B. im Bereich der Werbung) erkennen?
  • Gesichtserkennung: Warum und wie programmiert man Kameras, damit sie lachende Menschen erkennen?
  • Lustige Algorithmen: Wie können Suchmaschinen humorvolle Bilder erkennen und welche Algorithmen liegen dem zu Grunde?

Weitere Themenvorschläge sind willkommen.

Die Ausschreibung richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktoranden*innen, Postdoktoranden*innen und Habilitierende) sowie an Kuratoren*innen, Wissenschaftler*innen, Fotografen*innen aus den Bereichen der Kunst- und Medienwissenschaft sowie Soziologie, Geschichte, Philosophie und angrenzenden Disziplinen.

Einsendeschluss: 30. November 2019

Bitte senden Sie schriftliche Vorschläge als Exposé mit max. 3.000 Zeichen in deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einer Kurzbiografie als Word-Datei an: symposium@dtdf.de

Das Exposé dient später auch als Grundlage für die Ankündigung des Vortrages im Programm der Darmstädter Tage der Fotografie.

Tagungssprachen sind deutsch und englisch. Vortragsdauer max. 30 Minuten mit anschließender Diskussion (ca. 15 Minuten). Die Vorträge werden aufgezeichnet und sollen anschließend in einer Publikation veröffentlicht werden.

Die Darmstädter Tage der Fotografie übernehmen Reise- und Hotelkosten (gemäß Reisekostenverordnung des Land Hessen, für maximal zwei Nächte). Eine Aufwandsentschädigung ist vorgesehen. Es ist eine Vorbesprechung mit den Referent*innen geplant.

Das Symposium findet am Samstag, 25. April 2020 von 10–18 Uhr in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Darmstadt statt. Im Anschluss wird es ein Get-together und Dinner für alle Beteiligten geben.

Weitere Informationen:

Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital – Panel der AG Fotografieforschung

Unter dem Titel „Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital“ findet das Panel der AG Fotografieforschung auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt. Das Panel findet am 26. September ab 13:00 Uhr an der Universität zu Köln statt.

Die Fotografie ist in besonderer Weise für die Problematisierung von Materialitätsfragen prädestiniert. Wie Vivian Sobchak konstatierte, kennzeichnet sie die „besondere Struktur von Objektivation und Besitz“, mit anderen Worten Materialität in einem sehr wörtlichen Sinn. 

Die Digitalisierung und die zunehmende Marginalisierung analoger fotografischer Verfahren wurden vor diesem Hintergrund als Prozess der Immaterialisierung empfunden. Entsprechend skeptisch wurde „das Digitale“ in der Fotografietheorie der 1990er und 2000er Jahre wahrgenommen. Mit dem (vermeintlichen) Verlust der materiellen fotochemischen Basis schien auch der Wirklichkeitsbezug fotografischer Bilder grundsätzlich in Frage gestellt, das „Ende des fotografischen Zeitalters“ unumkehrbar. Tatsächlich wurde die materielle Infrastruktur analoger Fotopraktiken weitgehend dezimiert: Zahlreiche Fabriken, Labore und Reparaturwerkstätten wurden geschlossen oder umgewidmet. Der akademische Diskurs über die Fotografie hat sich in der letzten Dekade zunehmend von den traditionellen ontologischen Perspektiven verabschiedet und vermehrt neue fotografische Praktiken und Ökonomien fokussiert, die es nun wiederum kritisch zu reflektieren gilt. 

Ziel des Panels der AG Fotografieforschung ist es, die klassischen Dichotomien von materiellen analogen Bildern und immateriellen digitalen Bildern zur Disposition zu stellen, da diese der Komplexität und Dynamik aktueller wie historischer fotografischer Praxis nicht gerecht werden. Die einzelnen Vorträge gehen von Fragen der immateriellen Anteile an der Produktion von Fotografie aus, thematisieren ihre Speicherung sowie ihre materiale Erscheinung. Ausgehend von einer Re-Evaluation zentraler Begriffe der Fotografietheorie stehen die zahlreichen hybriden Formen des Fotografischen im Fokus.

Panel der AG-Fotografieforschung: Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital

Zeit: 26.09.2019, 13.00 – 15.00
Ort: Seminarraum S 58, Philosophikum; 60 Plätze

Chairs: Maria Männig (KIT, Karlsruhe), Dominik Schrey (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) mit Vorträgen von:

Dr. Michalis Valaouris (Düsseldorf)

Das eidolon der Kamera: Bemerkung über die fotografische Bildwerdung

Jasmin Kathöfer M.A. (HBK Braunschweig)

Das WIE des Index – zur Ausdifferenzierung der unterschiedlichen Indexikalitäten der Fotografie

Prof. Dr. Margarete Pratschke (HU Berlin)

Spinning toward the future? Zur fotografischen Materialität historischer Bildersammlungen auf Laserdisks

Marie-Kathrin Blanck, M.A. (V&A, London)

Wenn das Papier knapp wird: sich auflösende materielle Techniken im digitalen Zeitalter

Weitere Informationen zum Programm und zur Konferenzteilnahme finden sich unter: https://gfm2019.de.

CfP Panel der AG Fotografieforschung auf der GfM-Jahrestagung 2019

Der vorliegende Call zum Thema „Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital“  versteht sich als Aufruf, die klassischen Dichotomien von materiellen analogen Bildern und immateriellen digitalen Bildern zu problematisieren, da sie der Komplexität und Dynamik aktueller wie historischer fotografischer Praktiken nicht gerecht werden. Auf vier Ebenen adressiert das Panel daher Fragen nach der spezifisch fotografischen Materialität. Ausgehend von der Beschreibung ihrer (im)materiellen Bildträger widmen sich die Beiträge des Panels gesteuerten wie akzidentiellen Einschreibeprozessen in das Material sowie neueren Praktiken der Alltagsfotografie, aber auch der künstlerischen und theoretischen Reflexion dieser Zustände und Vorgänge. 

Der vollständige CfP kann als PDF hier heruntergeladen werden. Wir bitten um Vorschläge für 20-minütige Beiträge für das Panel im Rahmen der Jahrestagung 2019 der GfM bis zum 10. März 2019 an:  

Maria Männig (maennig@staff.uni-marburg.de) und Dominik Schrey (dominik.schrey@kit.edu).

Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!

Lehrmedien der Kunstgeschichte

Die Geschichte des Fachs ist immanenter Bestandteil und Gegenstand kunsthistorischer Forschung. Seit den 1970er Jahren lässt sich zudem ein wachsendes Interesse an den spezifischen medialen Konfigurationen der Kunstgeschichte beobachten. Die Marburger Tagung will diese Bemühungen erstmals systematisieren, indem sie Ansätze für eine fundierte medientheoretische Ausrichtung des Forschungsfeldes ‚Geschichte der Kunstgeschichte‘ formuliert. Jenseits einer ausschließlichen Fokussierung auf das für die Kunstgeschichte so zentrale Problem des Bildes adressiert das Projekt insbesondere die Spezifik der Medienverbünde und ihres Einsatzes innerhalb der kunsthistorischen Lehre. Besonders die Aspekte des Multi-, Inter- und Transmedialen sollen hierbei problematisiert werden. Die internationale Konferenz visiert zunächst den Fachdiskurs an, fragt jedoch darüber hinaus aus philosophischer, archäologischer und medienwissenschaftlicher Perspektive nach den Rändern und Grenzen kunsthistorischer Vermittlungspraxis. Die Konferenzsprachen sind Deutsch und Englisch.

Zeit | time: 22–24 November 2018

Veranstalter | organized by: Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg | German Documentation Center for Art History – Bildarchiv Foto Marburg / Philipps-Universität Marburg

Organisation | organizers: Prof. Dr. Hubert Locher, Dr. Maria Männig

Ort | venue: Philipps-Universität Marburg, Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas, Pilgrimstein 16, 35032 Marburg Vortragsraum | Room 001

Um Anmeldung wird bis 16. November 2018 gebeten unter: ddk-tagung//at//fotomarburg.de.

Weitere Informationen: https://lehrmedien.hypotheses.org Keep Reading

Deep Blue: „New Realities“ im Rijksmuseum

Noch bis zum 17. September befasst sich die Ausstellung ‚New Realities’ mit der fotografischen Sammlung des Amsterdamer Rijksmuseums. Das Projekt hat ein breites Medienecho erzeugt, ist die Fotografie doch erst seit Mitte der 1990er-Jahre Gegenstand des Sammelinteresses. Dies verwundert angesichts der kulturhistorischen Ausrichtung des Museums. Dennoch ist die fotografische Sammlung inzwischen längst international konkurrenzfähig.

Dass man sich darum bemüht, Akzente zu setzen, macht die Schau deutlich, in deren Zentrum Anna Atkins’ Werk ‚British Algae: Cyanotype Impressions’ von 1843/44 steht, das als weltweit erstes Fotobuch gilt und gleichzeitig die Leistung einer Foto-Pionierin vorstellt. Das Museum konnte 2017 eines dieser fotogrammatischen Herbarien erwerben und nimmt den Neuankauf zum Anlass, die verschiedenen Facetten der frühen Fotografie auszuloten. Dem Medium Fotografie versucht die Ausstellung gerecht zu werden, indem sie ihre materielle wie thematische Varietät zeigt und versucht, neue Perspektiven zu öffnen. In meinem Beitrag widme ich mich vor allem dem diffizilen Verhältnis der Fotografie zur Naturabbildung.

Der hervorragend ausgestattete und edierte Katalog stellt Atkins‘ Cyanotypien großformatig voran und nimmt damit die durchaus mutige kuratorische Entscheidung auf, einer bisher marginalisierten Position eine prominente Rolle zuzuweisen.  Keep Reading