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Winfried Gerling

Soeben erschienen: Bilder verteilen – Fotografische Praktiken in der digitalen Kultur

Winfried Gerling, Susanne Holschbach und Petra Löffler

Digitale Fotografien sind allgegenwärtig: Sie werden täglich milliardenfach erzeugt, verbreitet, kommentiert und gespeichert. Im Zusammenspiel mit digitalen Technologien und sozialen Netzwerken sind Praktiken entstanden, die Produktion und Rezeption, Distribution und Archivierung fotografischer Bilder radikal verändert haben. Sie werden dabei ebenso von ihren Prosumer/innen verteilt, geordnet und bewertet wie von Maschinen, Software und Algorithmen. Wie verschieben sich dadurch fotografische Konzepte von Autorschaft, Referenz und Relevanz? Welche Ästhetiken, Wissensordnungen und Archive entstehen in digitalen Kulturen? Dieser Band erschließt erstmals systematisch die neuen Technologien und kulturellen Praktiken, durch die fotografische Bilder gegenwärtig verteilt und wirksam werden.

2018-04-23, 290 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4070-0

http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4070-0/bilder-verteilen/

Soeben erschienen: Was der Fall ist… Prekäre Choreographien

Winfried Gerling und Fabian Goppelsröder

„Die Welt ist alles, was der Fall ist.“ Was aber ist der Fall? Lässt er sich abbilden, fotografieren? Ist er schlicht unbezweifelbares Faktum, Tatsache, Gewissheit? Oder lässt er als Sturz gerade diese Sicherheiten unsicher und prekär erscheinen?

Die Bildgeschichte des Fallens ist noch kurz. Erst mit der Fotografie wird jene eigentümliche Verschränkung von Determination und Freiheit eigentlich zum Sujet. Und erst der mediale Eigensinn der Chronofotografie lässt die Komplexität des Vorgangs sichtbar werden.

Dagegen reicht seine Geschichte als Denkfigur bis zur Erzählung über die Vertreibung aus dem Paradies zurück. Heinrich von Kleist sieht den Fall als Zeichen der „gebrechlichen Einrichtung der Welt“ überhaupt. Stück für Stück entwickelt sich das permanente Fallen vom Lapsus zur conditio humana. Der Mensch, die Welt ist alles, was im Fall ist. In einer Zeit, in der die GoPro den Kick des Stürzens in Netzvideos multipliziert, verliert alles Verlässliche, Stabile seinen Reiz. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist der Fall zum Signum einer ganzen Kultur geworden.

Die Reihe »Zwiegespräche« des Brandenburgischen Zentrums für Medienwissenschaften ZeM ist den vielfältigen Formen und Methoden medienwissenschaftlicher Forschung und Wissensproduktion gewidmet. Als intensiver Dialog zweier AutorInnen moduliert jeder einzelne Band einen Begriff, eine Fragestellung, ein Phänomen oder Ereignis im Raum seiner Assoziationen. Statt schlicht zwei Arbeiten zu einem Thema lose miteinander zu verbinden, soll ein sich gegenseitig anstiftender, inspirierender und infizierender Austausch entstehen. Durch die graphische wie inhaltliche Verschränkung der Beiträge, den gemeinsamen Fußnotenapparat und die durchgängige Reihe an Bildern als weiterer Ebene der Argumentation wurde mit »Zwiegespräche« eine eigene, die besondere Bezugnahme tragende Form gefunden. »Was der Fall ist … Prekäre Choreographien«, entstanden in Zusammenarbeit mit Merle Ibach und Hans Kannewitz, ist der erste Band der Reihe, mit dem das Format konzeptuell entwickelt wurde.

2017
78 Seiten, 17 x 24 cm, broschiert,
35 Abbildungen (farbig)
ISBN 978-3-86599-355-7

 

CFP: Versatile Camcorders: Looking at the GoPro-Movement

Versatile Camcorders: Looking at the GoPro-Movement

International Workshop June 21-23 2018 at ZeM (Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften) organized by Winfried Gerling and Florian Krautkrämer.

The GoPro is a so-called “action camcorder”, a small, easy-to-use and particularly robust camera which allows making video recordings under water or during a parachute jump and other situations that are difficult to shoot.
It was first launched as an analog photo camera for surfers in 2004. The objective of this new culture is inscribed in its brand “Go-Professional”: alleged professionalization of image production under extraordinary conditions.

With the GoPro as the “world’s most versatile camera”, as said in the advertising text, the gesture of this promoted mobility is transferred to the actions of the camera operator and the possibility of linking the camera to various moving objects and subjects.
A genre of daring (existential) images emerges. For example images of the falling (skydivers, base jumpers and wingsuit fliers) and the fallen (when helmet cameras of militants record combat situations) as well as images of situations beyond control (animals hijacking the camera). Even more as in images shot with a hand camera perspectives become shaky; they flip vertical or horizontal, with the filmmakers’ bodies in the center. GoPro not only introduced a new camera segment but also changed the way of amateur filmmaking. This cannot be reduced solely to technical means, but rather to assertive brand communication.

Topics that are to be discussed at the conference from the perspective of this still relatively new device include: the transformation of amateur filmmaking and its correlating visual worlds; the gesture of venturous action and increased risk-taking; the impact on (citizen) journalism; aspects of the the circulation of images in social networks; new gestures such as selfies as well as the effects of the device on the body; surveillance (when the GoPro is mounted on drones) as well as recording the unexpected or the unintended.
Contributions do not have to focus on the manufacturer of GoPro. Proposals on the voluntary work of users as part of the brand communication as well as contributions from an artistic practice, workshop reports and applied presentations of a problem are welcome.

Please hand in your abstract (should not exceed 400 words) with a short biographical note via e-mail to goprocall@zem-brandenburg.de by Dec 31 2017.

The workshop will be held in English and German.