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Call for Proposals / Veranstaltung (AG)

Veranstaltungen und Calls for Proposals der Arbeitsgruppe Fotografieforschung

Workshop „Probleme der Corpusbildung“

Am Donnerstag, den 21.05.2015, findet an der Hochschule für Bildende Kunst Braunschweig der Workshop „Probleme der Corpusbildung“ der AG Fotografieforschung der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt. Den Rahmen dafür gibt das DFG-Graduiertenkolleg 1843 „Das fotografische Dispositiv„.

Der Workshop wird sich mit einem für die Fotografieforschung zentralen methodischen Problem auseinandersetzen: der Corpusbildung, also der Auswahl des in Forschungsarbeiten zu bearbeitenden Materials. Gerade bei einem technischen Reproduktionsmedium wie der Fotografie, das fast von Anfang an durch Quantität auffällt, scheint es unerlässlich sich mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Doch nur selten wird sie überhaupt aufgeworfen.

Im Rahmen des Workshops sollen ausgehend von konkreten Forschungsvorhaben Probleme, Verfahren und Erträge von Corpusbildung diskutiert werden. Die vorgestellten Themen reichen von digitalen Bildern im Internet über Archive professioneller Pressefotografie bis hin zu künstlerischen Oeuvres. Es ist zu hoffen, dass mit dem Workshop eine fortlaufende methodologische Diskussion initiiert wird.

Das Programm der Veranstaltung findet sich hier: Ablaufplan_WorkshopCorpusbildung_210515

Gäste sind herzlich willkommen, werden aber gebeten sich sich vorab unter der Adresse d.buehler@hbk-bs.de anzumelden.

Workshop der AG Fotografieforschung 2015 zum Thema „Probleme der Corpusbildung“ an der HBK Braunschweig, Call for papers / participation

Für jedes wissenschaftliche Argument gilt, dass seine Wissenschaftlichkeit nicht zuletzt durch die Reflexion der eigenen Methoden sichergestellt wird. Der Workshop der AG Fotografieforschung möchte sich dieses Jahr solch einem methodischen Problem zuwenden: der Corpusbildung. Dieses Problem stellt sich immer dann, wenn der Bereich, über den Aussagen getroffen werden sollen, größer als derjenige ist, der sich sinnvoll bearbeiten lässt. Im Corpus treffen idealerweise die Struktur des Gegenstandsbereichs und das Erkenntnisinteresse der Fragestellung zusammen.

Reflektiert werden sollen in dem AG-Workshop, welche allgemeinen und medienspezifischen Probleme bei der Bildung von Foto-Corpora auftreten und welche Lösungswege zur Verfügung stehen. Drei Ebenen können hier zur Sprache kommen:

  1. Die Ebene der Quantität:

Um aus einer Überfülle an Material auszuwählen, wie sie insbesondere die technisierte Medienökonomie der Moderne hervorbringt, haben die traditionellen Künste Prozesse der Kanonisierung etabliert, die das durch seine Qualität überzeitlicher Aufmerksamkeit Würdiges gegen Nebensächliches und Banales abgrenzen. Auch wenn diese machtvollen Ausschließungsprozesse mit guten Argumenten kritisiert worden sind, so gliedern sie doch beharrlich in der einen oder anderen Form die Ordnung kultureller Texte, denn das Bezugsproblem, die nicht mehr handhabende Fülle des Angebots, bleibt konstant erhalten. Auch die wissenschaftliche Forschung schließt an Kanonisierungsprozesse an und arbeitet an diesen mit.

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