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Ankündigungen

Call for Proposals, Veranstaltungen, Ausstellungen

DFG-Schwerpunktprogramm „Das digitale Bild“

Tagung „KI und das digitale Bild“, 21.–23.02.2024 in München

Die technischen Neuerungen des Machine Learning erhielten jüngst mit frei zugänglichen künstlich-intelligenten Programmen wie DALL-E oder ChatGPT große Aufmerksamkeit bei einem breiten Publikum. Die beinahe tagesaktuell geführten, öffentlichen Diskussionen changieren zwischen Bewunderung, Neugier und Sorge. Dies nimmt das DFG-geförderte Schwerpunktprogramm (SPP 2172) „Das digitale Bild“, geleitet von Hubert Locher (Philipps-Universität Marburg / Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg) und Hubertus Kohle (Ludwig-Maximilians-Universität München [LMU]), zum Anlass, vom 21. bis 23. Februar 2024 an der Ludwig-Maximilans Universität München eine Tagung mit dem Titel „Künstliche Intelligenz und das digitale Bild“ zu veranstalten. Das Schwerpunktprogramm befasst sich bereits seit 2019 mit dem Phänomen des digitalen Bildes und seinen Auswirkungen auf Wissenschaft, Gesellschaft und Ökonomie. Ziel ist es nun, die Diskussion auf die mit dem Einsatz sogenannter Künstlicher Intelligenz verbundenen Aspekte im weiteren medialen und gesellschaftlichen Kontext auszuweiten. In drei Panels zu „KI und Kunst“, „KI im öffentlichen Interesse“ sowie „KI in Forschung und Lehre“ soll der Frage nach Funktion, Verwendung und Nutzen dieser neuen Technologie nachgegangen werden. Die vielfältigen Themenstränge und Meinungsperspektiven sollen dabei in Kurzvorträgen prominenter und einschlägig aktiver Gäste und in moderierten Diskussionsrunden erörtert werden. Um ein breiteres Publikum anzusprechen, wird die Tagung live via Zoom übertragen.

Neben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Teilprojekte des SPP, die sich als Moderatorinnen und Diskutanten engagieren können, haben folgende Referentinnen und Referenten ihre Teilnahme zugesagt: Constant Dullaart (Akademie der Bildenden Künste Nürnberg), Stefan Gronert (Sprengel Museum Hannover), Pamela Scorzin (Fachhochschule Dortmund), Eva-Marina Froitzheim (Kunstmuseum Stuttgart), Alexander Wulfers (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), Till Jäger (Kanzlei JBB Rechtsanwälte, Berlin), Björn Ommer (LMU), Manuela Lenzen (freie Wissenschaftsjournalistin), Roland Meyer (Ruhr-Universität Bochum), Jürgen Scriba (Deutscher Fotorat), Peter Bell (Philipps-Universität Marburg), Jan von Bonsdorff (Universität Uppsala, Schweden), Simeon Allmendinger (Forschungsinstitut für Informationsmanagement, Universität Bayreuth) Christin Seifert (Philipps-Universität Marburg / Hessisches Zentrum für Künstliche Intelligenz), Gitta Kutyniok (LMU) und Martin Warnke (Leuphana Universität Lüneburg). Angefragt wurden zudem Martin Honzik (Ars Electronica Linz) und Sebastian Sevignani (Friedrich-Schiller-Universität Jena).

Ob und wie KI-gestützte Systeme im wissenschaftlichen Umfeld zukünftig von Nutzen sein werden und welche Veränderungen das digitale Bild mit sich bringen könnte, wird zu diskutieren sein. Das Programm und die Zugangsinformationen für eine digitale Teilnahme werden auf der Website des Schwerpunktprogramms zur Verfügung gestellt:(<https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/>).

Kontakt: Leonie Groblewski und Florian Henrich, Projektkoordination DFG-SPP 2172 „Das digitale Bild“, Philipps-Universität Marburg, Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Biegenstraße 11 D-35037 Marburg, dasdigitalebild@fotomarburg.de, https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/

Weiterführende Links zu Programm und Plakat:

https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/ki-und-das-digitale-bild-21-2-23-2-2023/

https://www.uni-marburg.de/de/aktuelles/news/2024/ki-digitales-bild-1

Konferenz: Das digitale Bild in Politik, Ökonomie und Gesellschaft | 28.-30.04.2021

Unter den Stichworten „Die soziale Dimension, politische Perspektiven und ökonomische Zwänge“ diskutieren 17 geladene Gäste gemeinsam mit den Forschern und Forscherinnen des DFG-Schwerpunktprogrammes „Das digitale Bild“ sowie der Öffentlichkeit Aspekte des Visuellen im Digitalen.

Das vollständige Programm samt Abstracts sowie die Möglichkeit, sich zur Tagung anzumelden finden sie auf unserer Homepage: https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/tagung_april_2021/.

Das digitale Bild in Politik, Ökonomie und Gesellschaft

Wie verändern Deep Fakes die Rolle von Repräsentation in digitalen Bildern? Was sagen virtuell generierte Influencer über unser Schönheitsideal aus? Und warum stellen wir uns dauernd die Frage, ob Künstliche Intelligenz kreativ sein kann? Das sind nur einige der Fragestellungen, denen sich die Experten und Expertinnen gemeinsam mit den Mitgliedern des Forschungsprojektes und den Zuschauern und Zuschauerinnen widmen möchten.

Vom 28. bis 30. April 2021 werden sich renommierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen wie die Literaturkritikerin und Posthumanistin Nancy Katherine Hayles, der niederländische Medienwissenschaftler Geert Lovink, verschiedene Designer, Unternehmerinnen und weitere Experten und Expertinnen aus Theorie und Praxis auf einer international ausgerichteten Tagung des DFG-Schwerpunktprogrammes (SPP) „Das digitale Bild“ dieser Themen annehmen. Unter den Stichworten „Die soziale Dimension, politische Perspektiven und ökonomische Zwänge“ diskutieren 17 geladene Gäste gemeinsam mit den Forscher:innen des Schwerpunktprogrammes sowie der Öffentlichkeit Aspekte des Visuellen im Digitalen.

PANEL I: POLITISCHE PERSPEKTIVEN / POLITICAL PERSPECTIVES
Die Möglichkeiten der Zukunft sind naturgemäß grenzenlos. Die Möglichkeiten der digitalen Technologie für die Kommunikation, Wirtschaft und nicht zuletzt die Wissenschaft sind noch lange nicht ausgeschöpft. Welche Entwicklungen können wir aus der (kurzen) Geschichte des noch jungen digitalen Bildes für die nächste Zeit erhoffen oder uns ausmalen? Welche Visionen sind möglich? Welches Potenzial zeichnet sich ab? Was sind die Möglichkeiten und Gefahren?

Mit: Yvonne Zindel (Universität der Künste Berlin), Kerstin Schankweiler (Technische Universität Dresden), Geert Lovink (Institute of Network Cultures – Amsterdam University of Applied Sciences), Andreas Treske (Bilkent University, Ankara), N. Katherine Hayles (English Department, University of California, Los Angeles)

PANEL II: DIE SOZIALE DIMENSION / SOCIAL DIMENSIONS
In dieser Sektion sollen Grundsatzreferate mit expliziter Adressierung der politischen Dimension vorgetragen werden. Was bedeutet die Integration der digitalen Bilder in unsere Gesellschaft? Welchen Anteil an der kontinuierlichen Digitalisierung unserer Kommunikation und unseres Sozialverhaltens haben die digitalen Bilder? Wie unterscheidet sich unsere aktuelle “digitale Kultur” von jener der vorangehenden – der “Gutenberg-Kultur” z.B. oder gar einer oralen Kultur – von der wir typischerweise nur vom Hören-Sagen wissen können, die wir uns aber mindestens vorstellen können? Ist es z.B. zu einer neuen Bild-Schriftlichkeit gekommen, welche die sprach- und textbasierte Kommunikation des Telefon- und Email-Zeitalters ablöst? Inwiefern und warum könnte es jetzt geboten sein, in kulturkritischer Absicht das größere Bild des digitalen Wandels einer fundamentalen Betrachtung zu unterziehen? Müssen jetzt Weichen gestellt werden, für eine kontrollierte, demokratische Sozialisierung der digitalen Sphäre – und noch einmal – welche Rolle spielt in diesem Feld das “Bild”? Sind wir gerüstet für eine Kritik der digitalen Bildkultur?

Mit: Omar Al-Ghazzi (The London School of Economics and Political Science), Karen Joisten (Technische Universität Kaiserslautern), Zivvy Epstein (MIT Media Lab, Cambridge/MA), Jill Walker Rettberg (University of Bergen) , Felix Stalder (Zürcher Hochschule der Künste)

PANEL III: ÖKONOMISCHE ZWÄNGE / ECONOMIC CONSTRAINTS
Das Digitale und das digitale Bild im Besonderen ist längst keine Angelegenheit von Computer-Freaks und digitalen Early Birds mehr. Polemisch könnte man sogar formulieren, auch das Kulturelle und Künstlerische wird in der digitalen Sphäre zur ökonomischen Angelegenheit, zur Ware. Daraus kann für eine kritische Reflexion des Digitalen nur gefolgert werden, dass wir uns ernsthaft auch mit den konkreten Fragen der Ökonomie des digitalen Bildes befassen müssen. Hier sind Perspektiven von Fachleuten gefragt, welche diese Dimension von juristischer und/oder ideeller Warte beleuchten können.

Mit: Tim Schätzke (Marketingagentur Gandayo, Steinau an der Straße), Matthias Spott (White Rocket Group, München), Cameron-James Wilson (The Diigitals Agency, Weymouth/Dorset), Mareike Foecking (Hochschule Düsseldorf – Peter Behrens School of Arts), Trevor McFedries (Technology Startup Brud, Los Angeles), Diana Weis (BSP Business School Berlin)

Kontakt

Dr. phil. Hanni Geiger
Ludwig-Maximilians-Universität München / DFG SPP „Das digitale Bild“

Institut für Kunstgeschichte
Zentnerstr. 31, Zi. 001
D – 80798 München
Telefon: +49 (0)89 / 2180 – 5317
E-Mail: Hanni.Geiger@kunstgeschichte.uni-muenchen.de

CFP: Networked Images in Surveillance Capitalism

Digital Culture & Society, 2/2021

Edited by Olga Moskatova, Anna Polze and Ramón Reichert

Capturing personal data in exchange for free services is now ubiquitous in networked media and recently led to diagnoses of surveillance and platform capitalism (Zuboff 2019; Srnicek 2017). In social media discourse, dataveillance and data mining have been criticized as new forms of digital work and capitalist exploitation for some time (cf. Allmer 2015; Andrejevic 2012; van Dijck 2014; Fuchs 2010, 2013; Scholz 2013; Trottier 2012). With the general transformation of the open web into an ecology dominated by commercial platforms (Hands 2013; Helmond 2015; Langois and Elmer 2013; Gillespie 2018), platformization and economic surveillance also redefine digital visual culture, facilitating new forms of images, everyday practices and online visibility, while expanding the logics of social media to the rest of the web. From social photos (Jurgenson 2019), selfies and image communities on the internet to connected viewing and streaming, and video conferencing during the Corona pandemic – the digital image is not only predominantly networked (Rubinstein and Sluis 2008) but also accessed through platforms (van Dijck 2013; van Dijck et al. 2018) and structured by their economic imperatives, data acquisition techniques and algorithmic processing. Today, participation and commodification are closely linked in the production, circulation, consumption and operativity of images and visual communication, raising the question of the role networked images play for and within the proliferating surveillance capitalism. 

Linking images and surveillance automatically brings traditional concepts such as panopticon and its numerous modifications into play, since they rely on optical and visual metaphors (Haggerty 2006; Buschauer 2016). In his famous analysis of the panopticon, Michel Foucault showed to what extent power can be exercised through visuality and so produce specific subjects. However, as frequently remarked (Haggerty and Ericson 2000; Kammerer and Waitz 2015), this form of power seems incapable of grasping the dynamics of networked digital media technologies. In the paradigm of the control society (Deleuze 1992), not only media but also the techniques of surveillance and control are increasingly networked and unobtrusive. Many of their contemporary forms do not rely on the visible demonstration and internalization of the gaze, but on automated data-based and algorithmic forms of control that are often motivated economically. They are not “salient”, but “silent” (Introna and Wood 2004) and even “calm” technologies (Weiser and Brown 1997) that proliferate in everyday life and diffuse through environments. Although the relationship between visuality and surveillance is thus being transformed, images are nevertheless an important part of post-panoptical media assemblages and their silent forms of power. Since many successful economic platforms and our everyday networked practices are image based, an evaluation of surveillance capitalism that takes media differences seriously becomes decisive.

Aestheticization of Surveillance Capitalism

The special issue therefore aims to interrogate the manifold relationships between economic surveillance and networked images, and to identify their intersections. On the one hand, images may support the reproduction and maintenance of surveillance capitalism in several ways: Aesthetic strategies and media principles of user-generated, professional and popular images such as humour, compactness, nudity, spectacularity, cinematicity, seriality, interactivity, cuteness or emotionality can contribute to users turning to a platform, capturing attention, prolonging browsing times and generating the “network effects” (Srnicek 2017) necessary for the functioning of surveillance capitalism. Adding to the “attention economies” (Beller 2006; Franck 1998; Goldhaber 1997; Krogan and Kinsley 2012; Terranova 2012) and experiential-aesthetic regulation online, they can reintroduce the logic of “gaze”, i.e. the focused stare, into the media environments of “glance”, i.e. the incidental and fleeting glimpses (Bryson 1983) or intermediate forms of active cognitive engagement with media content such as “grazing” (Creeber 2013). As such, images can serve as incentives themselves or be part of nudging interface and website aesthetics (Mühlhoff 2018), and therefore contribute to the aestheticization of digital capitalism.

Anaesthetization of Images

On the other hand, networked images can become anaesthetized, “calm” and “silent” themselves – in a similar way to the techniques of control and surveillance: Against the background of surveillance capitalism, technological endeavours such as the internet of things (IoT), ubiquitous computing and ambient intelligence appear as attempts to expand the opportunities for data extraction and monetization. Everyday objects become sentient things that are capable of multimodal monitoring of environments and living beings, and of recording, storing and circulating captured information. Visual data acquisition in the form of sensors, webcams or computer vision operates without drawing attention to itself. Often, not only the technologies are invisible, but also the images that are no longer destined for human viewing and remain data without being visually displayed (Paglen 2016; Rothöhler 2018). By being processed in machine-to-machine seeing and communication within IoT or used as training data for computer vision application (Crawford and Paglen 2019), the networked and social media images are anaesthetized and rechanneled into an invisible “visual” culture as new economic assets (Mackenzie and Munster 2019). These “invisible image data” (Rothöhler 2021) or “invisible images” share their unobtrusiveness with algorithmic security systems such as facial recognition, which exploits the publicness of the face, and produces “calm images” operating in the background without addressing the users’ conscious attention (Veel 2012). 

Subjectivation in Surveillance Capitalism

Furthermore, silent and economically motivated forms of networked surveillance do not eliminate power relations and processes of subjectivation. Rather, silent and scopic forms of power are related in different ways, depending on platforms and the images they provide: On social media platforms, forms of social control based on the visibility of the personal can hardly be separated from algorithmic sorting and recommending. They modulate visibility and invisibility as well as the associated social fears (Trottier and Lyon 2012) and thus algorithmically reconfigure scopic forms of power (Bucher 2016, 2018) and self-care (Nguyen-Trung 2020). It can be assumed that algorithmic control not only complicates or prevents the possibility of subjectivation (Chiney-Lippold 2011, 2016; Rouvroy 2013; Rouvroy and Berns 2013), but also enforces new and old ways of subjectivation. This means that categories such as gender, age, class and race, which are gaining increasing attention in surveillance studies (Dubrofsky and Magnet 2015; Browne 2015; Conrad 2009), take on special relevance for investigations of a networked digital capitalism. For example, not all bodies are subjected to the exposure, economization of attention, automated censorship and content moderation in the same way on popular platforms for sharing images (Gillespie 2018; Müller-Helle 2020; Roberts 2019). Nudity, female nipples, scars, bodily fluids, or pubic hair, for instance, are regularly banned from Instagram (Byström et al. 2017; Gerling et al. 2018), while TikTok gets negative press for shadow banning LGBTQ-related tags or suppressing black or disabled creators – raising questions about the relationship between moderation, discrimination, normalization, and economics. Image sets that can be retrieved from social media platforms without compensation, and destined to train algorithms, are known to demonstrate racial and gender bias or lack of diversity (Buolamwini and Gebru 2018; Crawford and Paglen 2019; Gates 2014; Kember 2013; Monea 2019). On streaming platforms, the rhetoric of algorithmic personalization (Alexander 2010; Finn 2018) also obscures collaborative filtering and stereotypical clustering, which can reinforce gender and age biases (e.g. by correlating gender and genre) (cf. Lin et al. 2019), among others, and so modulates specific viewer subjects (Kellogg et al. 2020).

The special issue invites the submission of papers examining such and comparable phenomena that are capable of shedding light on the role of networked images and the reconfiguration of visuality in surveillance capitalism. In particular, it focuses on the tension between a visual aestheticization of capitalism and the anaesthetization of images or/and surveillance techniques. It raises the following questions, such as: To what extent and by means of which aesthetic strategies do images create incentives for, and stabilize surveillance capitalism? How do they contribute to its aestheticization? How is pictoriality reconfigured in post-panoptical, ambient media environments and subjected to forms of anaesthetization? How is subjectivation produced in apparatuses of dataveillance and algorithmic control, and how are the regimes of the gaze transformed within them?

Topics can include, but are not limited to:

  • The role of images for the generation of the “behavioural surplus” (Zuboff 2019) and data extraction
  • Images as decoy and nudges; medial and aesthetic incentive strategies 
  • Audience labour and modulation of viewing
  • (In-)visibility as social control, and its relation to data monitoring and algorithmic sorting
  • New forms of subjectivation, desubjectivation or the prevention of subjectivation in visual surveillance capitalism
  • Economization of attention
  • Platform politics and automated censorship of images
  • AI training on user-generated images and platform capitalism
  • Surveillance capitalism in popular visual media and media arts                
  • Gender, race, class and algorithmic control on platforms for (moving) images
  • Calm images and invisible images
  • Visual data acquisition in the internet of things, and ubiquitous computing
  • Tension between the aestheticization of surveillance capitalism and the anaesthetization of images

When submitting an abstract, authors should specify to which of the following categories they would like to submit their paper:

1. Field Research and Case Studies (full paper: 6000-8000 words). We invite articles that discuss empirical findings from studies that examine surveillance and political economies in digital visual culture. These may e.g. include studies that analyze particular image platforms; address nudging and incentive aesthetic strategies; scrutinize whether and how algorithmic personalization produces specific consumer subjects, etc.

2. Methodological Reflection (full paper: 6000-8000 words). We invite contributions that reflect on the methodologies employed when researching data-driven and algorithmic surveillance and networked images. These may include, for example, critical evaluation of (resistance) discourses of transparency or obfuscation, algorithmic black boxing, and their implicit epistemologies of the visible; discussion of new or mixed methods, and reflections on experimental forms of research.

3. Conceptual/Theoretical Reflection (full paper: 6000-8000 words). We encourage contributions that reflect on the conceptual and/or theoretical dimension of surveillance, capitalism and images. This may include, for example, the relationship between scopic and silent forms of power and control; critical evaluation of different concepts such as surveillance capitalism, platform capitalism, algorithmic governmentality, etc.; the tensions between the aestheticization of capitalism and anaesthetization of images in data-driven media environments (e.g. due to filtering, platform censorship, calm technologies, etc.).

4. Entering the Field (2000-3000 words). This experimental section presents initial and ongoing empirical work. The editors have created this section to provide a platform for researchers who would like to initiate a discussion about their emerging (yet perhaps incomplete) research material and plans, as well as methodological insights.

Deadlines and contact information

  • Initial abstracts (max. 300 words) and a short biographical note (max. 100 words) are due on: 31 March 2021.
  • Authors will be notified by  19 April 2021, whether they have been invited to submit a full paper.    
  • Full papers are due on: 1 August 2021.
  • Notifications to authors of referee decisions: 1 September 2021.
  • Final versions due: 10 November 2021.
  • Please send your abstract and short biographical note to: olga.moskatova@fau.de.

Workshop: „Das digitale Bild – Methodik und Methodologie: fachspezifisch oder transdisziplinär?“

Vom 12.–13. November 2020 findet in Marburg ein Workshop des DFG-Schwerpunktprogramms „Das digitale Bild“ statt, eine Teilnahme per Zoom ist kostenlos nach Registrierung möglich.

Das DFG-Schwerpunktprogramm „Das digitale Bild“ mit den Sprechern Prof. Hubert Locher und Prof. Hubertus Kohle führt 12 verschiedene Forschungsprojekte deutscher Universitäten zusammen und fokussiert sich dabei auf die zentrale Rolle, die dem Bild im Prozess der Digitalisierung von Wissen und Praxis zukommt. Unter der übergeordneten Thematik behandeln die Teilprojekte je eigene Fragestellungen – so bildet das Programm den Facettenreichtum und transdisziplinären Charakter des Forschungsfeldes ab, während gleichzeitig enge Zusammenarbeit und produktiver Austausch der Forschenden angestrebt wird.

In regelmäßig stattfindenden Tagungen und Workshops wird dieser Dialog kultiviert und fortgeführt – gerne möchten wir auch Sie dazu einladen. So stellen wir uns in dem Workshop vom 12.–13.11.2020 der Fragestellung: „Das digitale Bild – Methodik und Methodologie: fachspezifisch oder transdisziplinär?“

Nach Registrierung unter https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/workshop-methodik-und-methodologie/ können Sie kostenlos per Zoom teilnehmen.

Behandelt werden Aspekte der konkreten methodischen und methodologischen Herausforderungen des Themas und welche allgemeineren Lehren und Folgerungen für den wissenschaftlichen Umgang mit dem „digitalen Bild“ hieraus gezogen werden können.

In den Panels „MASCHINE: Quantität, Qualität, Mechanisierung und Erkenntnis“, „SOZIALES: Herausforderungen im weiteren Feld“ sowie „FACHSPEZIFISCHES: Fachkulturen und disziplinäre Offenheit“ werden die Teilprojekte in kurzen Vorträgen Ansätze vorstellen und zusammen mit Expertinnen und Experten diskutieren.

Programm:

Donnerstag, 12.11.2020

PANEL I: MASCHINE
Quantität, Qualität, Mechanisierung und Erkenntnis

Experten:
Urs Leonhard Hirschberg, Technische Universität Graz
Andreas Maier, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

09.00–09.20 Uhr
Qualitative und quantitative Methoden zur Evaluation synthetischer Bilder
Matthias Wright, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Bildsynthese als Methode des kunsthistorischen Erkenntnisgewinns

09.30–09.50 Uhr
Revealing and Concealing: Reproductions of Japanese Handscrolls as Research Materials from Analogue to Digital
Fengyu Wang, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Japanische Querrollen und Digitale Explorationen: Materialität, Praktiken und Lokalität

10.30–10.50 Uhr
Produktion und Reputation des digitalen Bildes in der Architektur
Hubert Locher, Philipps-Universität Marburg
Dominik Lengyel / Catherine Toulouse, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg
Architecture Transformed – Architekturprozesse im digitalen Bildraum

PANEL II: SOZIALES
Herausforderungen im weiteren Feld

Expert*innen:
Christoph Ernst, Universität Bonn
Katharina E. Kinder-Kurlanda, GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften
Matteo Pasquinelli, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe

13.30–13:50 Uhr
Co-Creation im (Para-)Fotojournalismus. Herausforderungen in Theorie und Praxis
Evelyn Runge, Universität zu Köln
Hinter dem digitalen Bild. Fotografien auf Community- Plattformen und auf Twitter als Repositorien für maschinelles Lernen und journalistische Publikationen

14.00–14.20 Uhr
Bildpraxisanalyse: Erschließen, was Praktiken in Sozialen Medien vom digitalen Bild wissen
Jens Ruchatz / Kevin Pauliks, Philipps-Universität Marburg
Bildförmige Bildkritik in Sozialen Medien. Explizites und implizites Theoretisieren des digitalen Bildes

15.00–15.20 Uhr
Hidden Work: unautomated labor and AI
Ana Teixeira Pinto, Leuphana Universität Lüneburg
Jameson 2.0. Cognitive mapping in der zeitgenössischen Kunst

15.30–15.50 Uhr
Code: analysieren – vergleichen – visualisieren. Methoden zur Untersuchung von Computercode in Kunstwerken
Inge Hinterwaldner / Daniela Hönigsberg, Karlsruher Institut für Technologie
Browserkunst. Navigieren mit Stil

Abendvortrag:

18.00–19.00 Uhr
Skalierbare Geschichte? Für eine digitale Hermeneutik der Geisteswissenschaften 
Andreas Fickers, Direktor des Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History

Freitag, 13.11.2020

PANEL III: FACHSPEZIFISCHES
Fachkulturen und disziplinäre Offenheit

Expertinnen:
Katja Kwastek, Vrije Universiteit Amsterdam
Ute Verstegen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

09.00–09.20 Uhr
Archäologie, Informatik, Digital Humanities – Ein Streitgespräch
Lucie Böttger / Alexander Zeckey, Georg-August- Universität Göttingen
Schemata. 3D-Klassifizierungsverfahren und archäologische Bestimmungskriterien am Beispiel antiker Terrakottastatuetten

09.30–09.50 Uhr
Methoden und Methodologie der Europäischen Ethnologie: Das digitale Bild aus ethnografischer Perspektive  
Katharina Geis / Sarah Ullrich, Humboldt-Universität zu Berlin
Curating Digital Images: Ethnografische Perspektiven auf die Affordanzen digitaler Bilder im Kontext von Museen und kulturellem Erbe

10.30–10.50 Uhr
Adaptive Anatomie: Durchschaubarkeit von Körper und Bild in der Chirurgie 
Moritz Queisner / Kathrin Friedrich, Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe
Adaptive Bilder. Technik und Ästhetik situativer Bildgebung

Ein ausführliches Programm sowie eine detaillierte Beschreibung der Aspekte und Forschungsziele der einzelnen Panels finden Sie unter: https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/workshop-methodik-und-methodologie/

Die Teilnahme per Zoom ist kostenlos und setzt eine vorherige Registrierung unter https://www.digitalesbild.gwi.uni-muenchen.de/workshop-methodik-und-methodologie/ voraus.

Cont·Act! Fotografie und Handlungsmacht | Photography and Agency

Liebe AG Fotografieforschung! In rund zwei Wochen schließt der Call for Papers für unser Symposium Cont·Act! Wir freuen uns auf Ideen, Input und spannende Projekte, die wir – da sind wir optimistisch – mit den entsprechenden Maßnahmen hoffentlich vor Ort diskutieren können. Zur englischen Version des Calls geht es hier entlang.

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Das Symposium Cont·Act! wird im Rahmen des Stipendienprogramms „Museumskuratoren für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ausgerichtet. Es findet vom 16.10.2020–17.10.2020 am Museum Folkwang in Essen statt und wird von Daria Bona, Sophie-Charlotte Opitz und Katharina Täschner, den drei Stipendiatinnen des aktuellen Turnus 2019–2021, organisiert und durchgeführt. Sollte die Entwicklung der Pandemie ein Treffen vor Ort nicht zulassen, wird ein Onlineformat angestrebt.

Fotografien resultieren aus Entscheidungen, sie sind durch Aktionen und Reaktionen bedingt und stellen dabei die Schnittstelle einer Vielzahl von Kontakten dar: Technisch prägen Momente des Kontakts die Produkte diverser analoger Verfahren, während der Kontakt als Topos lange Zeit bemüht wurde, um das vermeintliche Authentizitätsversprechen der Fotografie theoretisch zu fassen. Im Prozess der Aufnahme wiederum treten Fotograf*innen in einen situativen Bezug zu ihren Motiven, der gleichermaßen von beobachtender Distanz wie auch von bewusster Kontaktaufnahme zeugen kann. Doch ist es bereits den Bedingungen dieses Aufeinandertreffens geschuldet, ob im Entstehen von Fotografien Handlungspotentiale eröffnet oder entzogen werden und Bilder somit eine ermächtigende oder eine entmächtigende Wirkung entfalten. Hierbei nehmen auch vermittelnde Instanzen wie Institutionen, die Presse und die sozialen Medien eine relevante Rolle ein, indem sie auf die Verbreitung bzw. Verhinderung bestimmter Bilder Einfluss nehmen – nicht ohne jedoch oftmals selbst durch politische und soziokulturelle Organe in ihrem Handeln beeinflusst zu sein.

In einer Zeit der globalen Ausnahmesituation erlangt ein derartiges Nachdenken über die Implikationen des „Photographic Encounter“ im Sinne Ariella Azoulays eine unerwartete Wendung. Covid-19 erweist sich als eine Krankheit, die unsere gesellschaftlichen Umgangsformen auf vielfältige Weise herausfordert: Das kollektive Miteinander an realen Orten kippt zunehmend in ein konnektives Miteinander im virtuellen Raum. Die Isolation von der Außenwelt, die einen massiven Anstieg an Content-Generierung mit sich führt, verändert die visuelle Kultur und bestehende Machtkonstellationen können sowohl bestätigt als auch angefochten werden. Die Frage, die sich hierbei aufdrängt, ist sicherlich: Wie können Bilder von etwas erzeugt werden, mit dem man nicht in Kontakt kommen sollte? Aber auch: Welche Bilder entstehen und zirkulieren in diesen Zeiten, um Menschen miteinander in Kontakt treten zu lassen? Welche Wege werden begangen, um das Bild in der Krise neu zu denken? Gleichzeitig generieren die ökonomischen Auswirkungen der Krankheit bereits jetzt Unsichtbarkeiten: Die mediale Berichterstattung lässt andere Krisen – humanitäre Krisen der Geflüchteten, Klimawandel, Hungersnöte, Kriege – die weiterhin bestehen, weitestgehend außer Acht.

Fotografien treten somit abermals als „Agenten im Handlungsraum“ (Lethen 2014) hervor. Doch müssen auch im Angesicht einer globalen Pandemie tradierte Sehgewohnheiten und Bildpraktiken in den Fokus genommen und auf neue Dynamiken hin befragt werden. Das Symposium Cont·Act! widmet sich ebendiesen Dynamiken, die Kontakte im Umgang mit und durch Bilder produzieren. Es soll danach gefragt werden, inwiefern das Fotografische anhand der Idee des Kontakts als vielschichtiges Handlungsgefüge erfahrbar wird und Räume des Aushandelns von Handlungsmacht sichtbar werden. Ausgehend von der aktuellen Situation wird die Tagung im Oktober die Möglichkeit einer ersten Bestandsaufnahme der letzten sechs Monate bieten, doch soll der Blick auch für anderweitige Fallbeispiele geöffnet bleiben: Welche ideologischen Strukturen manifestieren sich bereits im Entstehen einer Fotografie? Welche Formen fotografischer Selbstermächtigung existieren – oder aber auch: konstituieren sich nun neu – und wie können sie auf eine visuelle Kultur im Umbruch Einfluss nehmen? Welche Funktionen und Aufgaben werden (fotografischen) Bildern in diesem Zusammenhang für das gesellschaftliche Miteinander zugeschrieben?

Neben eingeladenen Gästen aus Kunst und Wissenschaft, möchten die Organisatorinnen des Symposiums Cont·Act! explizit junge Wissenschaftler*innen, Fotograf*innen, Künstler*innen, Kurator*innen einladen, ihre Forschung und Projekte vorzustellen. Die Beiträge können sich mitunter auch den folgenden Fragestellungen widmen:

Welche Rolle(n) nimmt die Fotografie innerhalb zeitgenössischer und historischer, politischer und sozialer Protestbewegungen und Ausnahmesituationen ein?
Wo eröffnen sich durch Lücken und Verschiebungen im System visuelle Handlungsräume und wie werden diese genutzt?
Wie entstehen, formalisieren, bewegen und verteilen sich Gegenbilder? Wie werden sie sichtbar und nutzbar? Welche Schnittstellen besetzen und eröffnen sie?

Erweitert mit Bezug auf Covid-19:

Welche Möglichkeiten, Strategien oder Kursänderungen ergeben sich aufgrund der physischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Umbrüche sowie Verluste und wie (re)agieren verschiedene Akteur*innen aus dem fotografischen Feld?
Inwieweit ist fotografisches Handeln und das Handeln mit Fotografie in der aktuellen Situation für Freiberufler*innen und weitere Akteur*innen überhaupt möglich und welche solidarischen Strategien werden entwickelt?
Wie verändert sich institutionelles Handeln – insbesondere in Hinblick auf Ausstellungspraktiken, Präsentationsmodi und Sammlungspolitiken? An welchen (alternativen) Zirkulationsprozessen nehmen Institutionen teil?

Bitte senden Sie bis zum 15. Mai 2020 schriftliche Vorschläge für einen ca. 20-minütigen Beitrag als Exposé mit max. 300 Wörtern zusammen mit einer Kurzbiografie als PDF-Datei an:
cont-act-symposium2020@web.de

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Reisekosten können partiell übernommen werden, wenn sie von der institutionellen Seite des Beitragenden nicht getragen werden. Hotelkosten werden übernommen.

Weitere Auskünfte: Daria Bona, Sophie-Charlotte Opitz & Katharina Täschner

Int. Fellowship-Programm am KWI & Research Explorer Ruhr am KWI

Liebe Kolleg*innen,

im Anhang die Ausschreibung für das neue internationale Fellowprogramm am KWI (4 Fellowships ab 1.10.2020 für 6 Monate).

Für ausländische Kolleg*innen, die nicht sofort 6 Monate einplanen können, gibt es mit dem Format „Research Explorer Ruhr“ der UAR die Möglichkeit, 14 Tage im Sommer am KWI zu verbringen, um weitere Möglichkeiten auszuloten.
Details hier: https://www.research-academy-ruhr.de/rer.html sowie im angehängten Call.

Deadline für beide Calls ist der 1. März 2020.

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Dear colleagues,

in the appendix the call for the new international fellowship programme at the KWI (4 fellowships for 6 months from 1.10.2020).

For foreign colleagues who cannot immediately plan 6 months, the UAR’s „Research Explorer Ruhr“ format offers the opportunity to spend 14 days in summer at the KWI to explore further possibilities.Details here: https://www.research-academy-ruhr.de/rer.html and in the attached call.

Deadline for both calls is 1 March 2020.

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Symposium der 11. Darmstädter Tage der Fotografie

Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie

Einsendeschluss: 30. November 2019 Symposium am Samstag, 25. April 2020

Humor und Fotografie haben mehr Gemeinsamkeiten als vordergründig ersichtlich ist.Beide durchleuchten bestehende Verhältnisse, überspitzen Ereignisse und verarbeiten Erfahrungen aus einem eigens ausgewählten Blickwinkel. Fotografie visualisiert mit präziser Pointierung, skurrilen Perspektiven, konzentrierten Momenten oder einer eigenwilligen Inszenierung die Welt, in der wir leben. Erst durch eine entrückte Betrachtungsweise gewinnen wir neue Einsichten. Humor schaut charmant auf Alltägliches, skizziert mit leicht verschobenen Blick das Gegenteil, spielt mit vordergründigen Assoziationen – und Hintergründiges blitzt auf. Humor oder Satire im Bild können komische Situationen, überraschende Wendungen und unerwartete Widersprüche sichtbar machen. Die distanzierte oder verschobene Betrachtungsweise vermittelt uns neue Perspektiven – und im Idealfall lässt sich aus den unerwarteten Erkenntnissen gesellschaftliches Handeln ableiten. Sie machen in jedem Fall den Ernst des Lebens erträglicher und hinterfragen unsere Einstellungen, Werte und Vorurteile. Das Jahresthema wird traditionell auch immer im Rahmen eines Symposiums diskutiert.

Humoristische Bilder gab es von Beginn der Fotografie an – Tiere in menschlichen Posen, Porträts von Grimassen schneidenden Menschen, skurrile Inszenierungen als Karikatur einer Persönlichkeit. Mit den sozialen Medien und digitalen Bildbearbeitungstechnologien erleben diese Bilder einen neuen Boom. Eine humorvolle Haltung des/der Fotografen*in ist oft Voraussetzung, um den entscheidenden Moment einzufangen. Dennoch waren humoristische Fotografien bisher kaum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Witz und der Ironie im Bild ist gerade in Zeiten, in denen Satire zum Streitfall wird, angesagt. Das Symposium soll zum Jahresthema der Darmstädter Tage der Fotografie den Vorstoß unternehmen, das weite Feld der fotografischen Komik zu untersuchen.

Die Organisatoren laden hierfür Kunsthistoriker*innen und Fotowissenschaftler*innen, Soziologen*innen und Psychologen*innen sowie alle, die sich in dem Gebiet der Humorforschung bewegen, ein, die Funktionsweise von Humor in der Fotografie zu diskutieren.

Willkommen sind interdisziplinäre Vorträge u. a. zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie funktioniert Humor in Bildern: Gibt es allgemeine ästhetische Strategien und Darstellungsweisen?
  • Können klassische komiktheoretische Positionen aus Psychologie und Philosophie bei der Auseinandersetzung mit Fotos angewendet werden?
  • Schwarzer Humor: Dürfen Bilder über Krieg, Gewalt und Terror humoristisch sein?
  • Satirische Bilder im Netz: Wie werden mächtige Persönlichkeiten / Herrscher in den sozialen Medien satirisch in Szene gesetzt und Bilder hierfür retuschiert und manipuliert? Wie funktioniert dabei das Phänomen des Meme?
  • Skurrile Inszenierungen als Gesellschaftskritik: Beispiele aus der Foto- und Kunstgeschichte unter ästhetischer und historischer Betrachtung
  • Die Absurdität der Realität: Ästhetische Mechanismen im Bereich der dokumentarischen Fotografie
  • Wer lacht über welches Bild: Kann man gesellschaftliche Trennlinien anhand der Reaktionen auf humoristische Bilder (z.B. in sozialen Medien) erkennen?
  • Weiblicher vs. männlicher Humor: Lassen sich genderspezifische ästhetische Strategien (z.B. im Bereich der Werbung) erkennen?
  • Gesichtserkennung: Warum und wie programmiert man Kameras, damit sie lachende Menschen erkennen?
  • Lustige Algorithmen: Wie können Suchmaschinen humorvolle Bilder erkennen und welche Algorithmen liegen dem zu Grunde?

Weitere Themenvorschläge sind willkommen.

Die Ausschreibung richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktoranden*innen, Postdoktoranden*innen und Habilitierende) sowie an Kuratoren*innen, Wissenschaftler*innen, Fotografen*innen aus den Bereichen der Kunst- und Medienwissenschaft sowie Soziologie, Geschichte, Philosophie und angrenzenden Disziplinen.

Einsendeschluss: 30. November 2019

Bitte senden Sie schriftliche Vorschläge als Exposé mit max. 3.000 Zeichen in deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einer Kurzbiografie als Word-Datei an: symposium@dtdf.de

Das Exposé dient später auch als Grundlage für die Ankündigung des Vortrages im Programm der Darmstädter Tage der Fotografie.

Tagungssprachen sind deutsch und englisch. Vortragsdauer max. 30 Minuten mit anschließender Diskussion (ca. 15 Minuten). Die Vorträge werden aufgezeichnet und sollen anschließend in einer Publikation veröffentlicht werden.

Die Darmstädter Tage der Fotografie übernehmen Reise- und Hotelkosten (gemäß Reisekostenverordnung des Land Hessen, für maximal zwei Nächte). Eine Aufwandsentschädigung ist vorgesehen. Es ist eine Vorbesprechung mit den Referent*innen geplant.

Das Symposium findet am Samstag, 25. April 2020 von 10–18 Uhr in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Darmstadt statt. Im Anschluss wird es ein Get-together und Dinner für alle Beteiligten geben.

Weitere Informationen:

The Post-photographic Apparatus

International Conference
Lucerne University of Applied Sciences and Arts
14–15 Nov 2019

Post-photographic discourses have primarily focused on the transformations of photographic images. But if we understand photography also as an entanglement with a specific kind of apparatus, the question one has to ask ist: How this apparatus as much as our conception of it has changed?

The conference addresses this question from three perspectives: technologically, the digitization of cameras has turned them into computers with attached sensors, and former functions of the hardware are increasingly simulated by software. The construction of a camera nowadays requires less domain knowledge, which has enabled companies from different fields to introduce new camera models and disrupt a previously relatively stable ecosystem. At the same time, many artists have questioned the tool of their photographic practices by turning self-created cameras into artworks in their own rights. Finally, a theoretical critique of modernism (of which traditional photography has been an integral part), along with posthumanistic understandings of agency and technology, have helped to blur what used to be the separate concepts of the camera, photographer and image. Hence, cameras can no longer be understood as black boxes/cameras obscuras. We need to re-assess them as nodes in larger media ecological networks.

745 Viscosistadt
Room 745_055
Nylsuisseplatz 1
CH-6020 Luzern-Emmenbrücke

14 Nov 2019

10:30–11:00
Welcome and Introduction

11:00–11:30
Paul Wombell: “The Speculative Camera”
11:30–12:00
Ana Peraica: “Photograph for the Photograph’s Sake: Deliberation from Obligation to Represent in the Unhuman Photography”
12:00–12:30
Paul Proctor: “Virtually Actual”
12:30–13:00
Luke Skrebowski: “Seeing the Seeing Machines: The Politics of Machine Vision in Trevor Paglen’s Recent Work”

14:30–15:00
Birk Weiberg: “Cameras on the Sunset Strip: Intra-actions in Ed Ruscha’s Street Photography”
15:00–15:30
Yanai Toister: “Horizontal Against Vertical”
15:30–16:00
Catherine M. Weir: “Writing Images as Programs: Coding as a Challenge to the Program of the Camera Apparatus”

16:30–17:00
Elke Rentemeister: “Touching Desire”
17:00–17:30
Michal Šimůnek: “A Machine for Making Authenticity: Family Photography and Nonhuman Operators”
17:30–18:00
Annette Urban: “Screen Capturing and Tactile Manoeuvres: Artistic Post-Photographic Practices within the Virtual”

15 Nov 2019

9:30–10:00
Asko Lehmuskallio: “The Camera as a Focusing Medium”
10:00–10:30
Franz Hefele: “How to Shoot on iPhone: New Devices, (Un)familiar Challenges”
10:30–11:00
Rowan Lear: “In the Residue of Photography: Leaky Bodies and Polluted Waters”

11:30–12:00
Nancy Ann Roth: “Three Terms in Transition: Photography, Post-Photography and the Apparatus”
12:00–12:30
Cristina Moraru: “The Photographic Camera as a Disobedient Object in a ‘Parliament Of Things’”
12:30-13:00
Andrew Fisher: “The Post-photographic Apparatus: A ‘colossal and labyrinthine phototheque in whose depths stalks […] the prodigious image of our strangeness’”

image/con/text. Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs

Jenseits des Anspruchs an eine eindeutige Seh- und Lesbarkeit thematisiert eine Vielzahl aktueller dokumentarischer Diskurse ihre eigene Kontextualität als Voraussetzung von Bedeutungskonstitution und Wirksamkeit. Bedeutung stellt sich für sie über jeden Publikationskontext, mit jeder Rezeption, mit jeder Les- und Sichtart her, ist nicht fix, sondern fluid, zirkuliert und migriert. In der Kombination verschiedener Formen der Dokumentation und Zeugenschaft setzen aktuelle Projekte daher verstärkt auf Bild-Text-Kombinationen und deren Komplementarität. Dabei reflektieren sie, dass kein Dokument, kein Zeugnis von sich aus unmittelbare Evidenz vermitteln kann, sondern immer auch die Möglichkeit der Fiktion beinhaltet.
Über die Idee eines Vergleichs der Medien von Bild und Text hinaus möchte das Symposium die Gesamtheit und Komplexität der Relationen von Bild und Text in Projekten insbesondere aus dem Bereich Fotobuch, aber auch in Film, Multimedia, Comic und den Erzählformen des Archivs untersuchen. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei der Frage, welche Auswirkungen die ‚Vernähung von Bild und Text‘ auf Konzeptionen von Zeugenschaft und Dokumentarismus hat. Kann die Idee der Komplementarität der Zeugnisse die Kluft zwischen Positionen absolutierter Wahrheit und Relativismus navigieren?

Das Symposium „image/con/text. Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs“ findet am 29. und 30. Oktober 2019 in Hannover an der Fakultät III, Medien, Information und Design, der Hochschule Hannover statt.

CfP: Symposium 11. Darmstädter Tage der Fotografie

Thema: Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie

Einsendeschluss: 30. November 2019

Symposium am Samstag, 25. April 2020

Die Darmstädter Tage der Fotografie sind 2004 aus einer Initiative von Fotografen entstanden und werden ab 2019 vom Kunstforum der Technischen Universität Darmstadt organisiert. Inzwischen zählt das internationale Festival zu den wichtigsten deutschen Fotoereignissen. Es setzt relevante Themen und fördert den interdisziplinären Diskurs in der Fotografie.

Das nächste Festival findet im April 2020 in einem neu konzeptionierten Format statt. Die Laufzeit des Festivals wird zukünftig auf zehn Tage verlängert, das bewährte Konzept mit dem Fokus auf internationale Künstler und Institutionen weiterentwickelt. Das renommierte Format des Symposiums wird durch die öffentliche Ausschreibung erweitert und bietet somit vor allem Nachwuchswissenschaftlern*innen die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren.

Über das Jahresthema:

Humor und Fotografie haben mehr Gemeinsamkeiten als vordergründig ersichtlich ist.Beide durchleuchten bestehende Verhältnisse, überspitzen Ereignisse und verarbeiten Erfahrungen aus einem eigens ausgewählten Blickwinkel. Fotografie visualisiert mit präziser Pointierung, skurrilen Perspektiven, konzentrierten Momenten oder einer eigenwilligen Inszenierung die Welt, in der wir leben. Erst durch eine entrückte Betrachtungsweise gewinnen wir neue Einsichten. Humor schaut charmant auf Alltägliches, skizziert mit leicht verschobenen Blick das Gegenteil, spielt mit vordergründigen Assoziationen – und Hintergründiges blitzt auf. Humor oder Satire im Bild können komische Situationen, überraschende Wendungen und unerwartete Widersprüche sichtbar machen. Die distanzierte oder verschobene Betrachtungsweise vermittelt uns neue Perspektiven – und im Idealfall lässt sich aus den unerwarteten Erkenntnissen gesellschaftliches Handeln ableiten. Sie machen in jedem Fall den Ernst des Lebens erträglicher und hinterfragen unsere Einstellungen, Werte und Vorurteile. Das Jahresthema wird traditionell auch immer im Rahmen eines Symposiums diskutiert. 

Ausschreibung zum Symposium

Humoristische Bilder gab es von Beginn der Fotografie an – Tiere in menschlichen Posen, Porträts von Grimassen schneidenden Menschen, skurrile Inszenierungen als Karikatur einer Persönlichkeit.  Mit den sozialen Medien und digitalen Bildbearbeitungstechnologien erleben diese Bilder einen neuen Boom. Eine humorvolle Haltung des/der Fotografen*in ist oft Voraussetzung, um den entscheidenden Moment einzufangen. Dennoch waren humoristische Fotografien bisher kaum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Witz und der Ironie im Bild ist gerade in Zeiten, in denen Satire zum Streitfall wird, angesagt. Das Symposium soll zum Jahresthema der Darmstädter Tage der Fotografie den Vorstoß unternehmen, das weite Feld der fotografischen Komik zu untersuchen.

Die Organisatoren laden hierfür Kunsthistoriker*innen und Fotowissenschaftler*innen, Soziologen*innen und Psychologen*innen sowie alle, die sich in dem Gebiet der Humorforschung bewegen, ein, die Funktionsweise von Humor in der Fotografie zu diskutieren.

Willkommen sind interdisziplinäre Vorträge u.a. zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie funktioniert Humor in Bildern: Gibt es allgemeine ästhetische Strategien und Darstellungsweisen?
  • Können klassische komiktheoretische Positionen aus Psychologie und Philosophie bei der Auseinandersetzung mit Fotos angewendet werden?
  • Schwarzer Humor: Dürfen Bilder über Krieg, Gewalt und Terror humoristisch sein? 
  • Satirische Bilder im Netz: Wie werden mächtige Persönlichkeiten / Herrscher in den sozialen Medien satirisch in Szene gesetzt und Bilder hierfür retuschiert und manipuliert? Wie funktioniert dabei das Phänomen des Meme?
  • Skurrile Inszenierungen als Gesellschaftskritik: Beispiele aus der Foto- und Kunstgeschichte unter ästhetischer und historischer Betrachtung
  • Die Absurdität der Realität: Ästhetische Mechanismen im Bereich der dokumentarischen Fotografie
  • Wer lacht über welches Bild: Kann man gesellschaftliche Trennlinien anhand der Reaktionen  auf humoristische Bilder (z.B. in sozialen Medien) erkennen?
  • Weiblicher vs. männlicher Humor: Lassen sich genderspezifische ästhetische Strategien (z.B. im Bereich der Werbung) erkennen?
  • Gesichtserkennung: Warum und wie programmiert man Kameras, damit sie lachende Menschen erkennen?
  • Lustige Algorithmen: Wie können Suchmaschinen humorvolle Bilder erkennen und welche Algorithmen liegen dem zu Grunde?

Weitere Themenvorschläge sind willkommen.

Die Ausschreibung richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktoranden*innen, Postdoktoranden*innen und Habilitierende) sowie an Kuratoren*innen, Wissenschaftler*innen, Fotografen*innen aus den Bereichen der Kunst- und Medienwissenschaft sowie Soziologie, Geschichte, Philosophie und angrenzenden Disziplinen.

Bitte senden Sie schriftliche Vorschläge als Exposé mit max. 3.000 Zeichen in deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einer Kurzbiografie als Word-Datei an symposium@dtdf.de

Einsendeschluss: 30. November 2019

Das Exposé dient später auch als Grundlage für die Ankündigung des Vortrages im Programm der Darmstädter Tage der Fotografie. 

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Vortragsdauer max. 30 Minuten mit anschließender Diskussion (ca. 15 Minuten). Die Vorträge werden aufgezeichnet und sollen anschließend in einer Publikation veröffentlicht werden.

Die Darmstädter Tage der Fotografie übernehmen Reise- und Hotelkosten (gemäß Reisekostenverordnung des Land Hessen, für maximal zwei Nächte). Eine Aufwandsentschädigung ist vorgesehen. Es ist eine Vorbesprechung mit den Referent*innen geplant.

Das Symposium findet am Samstag, 25. April 2020 von 10–18 Uhr in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Darmstadt statt. Im Anschluss wird es ein Get-together und Dinner für alle Beteiligten geben.

Weitere Auskünfte: Sylvia Ballhause & Albrecht Haag, symposium@dtdf.de