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Ankündigungen

Call for Proposals, Veranstaltungen, Ausstellungen

Cont·Act! Fotografie und Handlungsmacht | Photography and Agency

Liebe AG Fotografieforschung! In rund zwei Wochen schließt der Call for Papers für unser Symposium Cont·Act! Wir freuen uns auf Ideen, Input und spannende Projekte, die wir – da sind wir optimistisch – mit den entsprechenden Maßnahmen hoffentlich vor Ort diskutieren können. Zur englischen Version des Calls geht es hier entlang.

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Das Symposium Cont·Act! wird im Rahmen des Stipendienprogramms „Museumskuratoren für Fotografie“ der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung ausgerichtet. Es findet vom 16.10.2020–17.10.2020 am Museum Folkwang in Essen statt und wird von Daria Bona, Sophie-Charlotte Opitz und Katharina Täschner, den drei Stipendiatinnen des aktuellen Turnus 2019–2021, organisiert und durchgeführt. Sollte die Entwicklung der Pandemie ein Treffen vor Ort nicht zulassen, wird ein Onlineformat angestrebt.

Fotografien resultieren aus Entscheidungen, sie sind durch Aktionen und Reaktionen bedingt und stellen dabei die Schnittstelle einer Vielzahl von Kontakten dar: Technisch prägen Momente des Kontakts die Produkte diverser analoger Verfahren, während der Kontakt als Topos lange Zeit bemüht wurde, um das vermeintliche Authentizitätsversprechen der Fotografie theoretisch zu fassen. Im Prozess der Aufnahme wiederum treten Fotograf*innen in einen situativen Bezug zu ihren Motiven, der gleichermaßen von beobachtender Distanz wie auch von bewusster Kontaktaufnahme zeugen kann. Doch ist es bereits den Bedingungen dieses Aufeinandertreffens geschuldet, ob im Entstehen von Fotografien Handlungspotentiale eröffnet oder entzogen werden und Bilder somit eine ermächtigende oder eine entmächtigende Wirkung entfalten. Hierbei nehmen auch vermittelnde Instanzen wie Institutionen, die Presse und die sozialen Medien eine relevante Rolle ein, indem sie auf die Verbreitung bzw. Verhinderung bestimmter Bilder Einfluss nehmen – nicht ohne jedoch oftmals selbst durch politische und soziokulturelle Organe in ihrem Handeln beeinflusst zu sein.

In einer Zeit der globalen Ausnahmesituation erlangt ein derartiges Nachdenken über die Implikationen des „Photographic Encounter“ im Sinne Ariella Azoulays eine unerwartete Wendung. Covid-19 erweist sich als eine Krankheit, die unsere gesellschaftlichen Umgangsformen auf vielfältige Weise herausfordert: Das kollektive Miteinander an realen Orten kippt zunehmend in ein konnektives Miteinander im virtuellen Raum. Die Isolation von der Außenwelt, die einen massiven Anstieg an Content-Generierung mit sich führt, verändert die visuelle Kultur und bestehende Machtkonstellationen können sowohl bestätigt als auch angefochten werden. Die Frage, die sich hierbei aufdrängt, ist sicherlich: Wie können Bilder von etwas erzeugt werden, mit dem man nicht in Kontakt kommen sollte? Aber auch: Welche Bilder entstehen und zirkulieren in diesen Zeiten, um Menschen miteinander in Kontakt treten zu lassen? Welche Wege werden begangen, um das Bild in der Krise neu zu denken? Gleichzeitig generieren die ökonomischen Auswirkungen der Krankheit bereits jetzt Unsichtbarkeiten: Die mediale Berichterstattung lässt andere Krisen – humanitäre Krisen der Geflüchteten, Klimawandel, Hungersnöte, Kriege – die weiterhin bestehen, weitestgehend außer Acht.

Fotografien treten somit abermals als „Agenten im Handlungsraum“ (Lethen 2014) hervor. Doch müssen auch im Angesicht einer globalen Pandemie tradierte Sehgewohnheiten und Bildpraktiken in den Fokus genommen und auf neue Dynamiken hin befragt werden. Das Symposium Cont·Act! widmet sich ebendiesen Dynamiken, die Kontakte im Umgang mit und durch Bilder produzieren. Es soll danach gefragt werden, inwiefern das Fotografische anhand der Idee des Kontakts als vielschichtiges Handlungsgefüge erfahrbar wird und Räume des Aushandelns von Handlungsmacht sichtbar werden. Ausgehend von der aktuellen Situation wird die Tagung im Oktober die Möglichkeit einer ersten Bestandsaufnahme der letzten sechs Monate bieten, doch soll der Blick auch für anderweitige Fallbeispiele geöffnet bleiben: Welche ideologischen Strukturen manifestieren sich bereits im Entstehen einer Fotografie? Welche Formen fotografischer Selbstermächtigung existieren – oder aber auch: konstituieren sich nun neu – und wie können sie auf eine visuelle Kultur im Umbruch Einfluss nehmen? Welche Funktionen und Aufgaben werden (fotografischen) Bildern in diesem Zusammenhang für das gesellschaftliche Miteinander zugeschrieben?

Neben eingeladenen Gästen aus Kunst und Wissenschaft, möchten die Organisatorinnen des Symposiums Cont·Act! explizit junge Wissenschaftler*innen, Fotograf*innen, Künstler*innen, Kurator*innen einladen, ihre Forschung und Projekte vorzustellen. Die Beiträge können sich mitunter auch den folgenden Fragestellungen widmen:

Welche Rolle(n) nimmt die Fotografie innerhalb zeitgenössischer und historischer, politischer und sozialer Protestbewegungen und Ausnahmesituationen ein?
Wo eröffnen sich durch Lücken und Verschiebungen im System visuelle Handlungsräume und wie werden diese genutzt?
Wie entstehen, formalisieren, bewegen und verteilen sich Gegenbilder? Wie werden sie sichtbar und nutzbar? Welche Schnittstellen besetzen und eröffnen sie?

Erweitert mit Bezug auf Covid-19:

Welche Möglichkeiten, Strategien oder Kursänderungen ergeben sich aufgrund der physischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Umbrüche sowie Verluste und wie (re)agieren verschiedene Akteur*innen aus dem fotografischen Feld?
Inwieweit ist fotografisches Handeln und das Handeln mit Fotografie in der aktuellen Situation für Freiberufler*innen und weitere Akteur*innen überhaupt möglich und welche solidarischen Strategien werden entwickelt?
Wie verändert sich institutionelles Handeln – insbesondere in Hinblick auf Ausstellungspraktiken, Präsentationsmodi und Sammlungspolitiken? An welchen (alternativen) Zirkulationsprozessen nehmen Institutionen teil?

Bitte senden Sie bis zum 15. Mai 2020 schriftliche Vorschläge für einen ca. 20-minütigen Beitrag als Exposé mit max. 300 Wörtern zusammen mit einer Kurzbiografie als PDF-Datei an:
cont-act-symposium2020@web.de

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Reisekosten können partiell übernommen werden, wenn sie von der institutionellen Seite des Beitragenden nicht getragen werden. Hotelkosten werden übernommen.

Weitere Auskünfte: Daria Bona, Sophie-Charlotte Opitz & Katharina Täschner

Int. Fellowship-Programm am KWI & Research Explorer Ruhr am KWI

Liebe Kolleg*innen,

im Anhang die Ausschreibung für das neue internationale Fellowprogramm am KWI (4 Fellowships ab 1.10.2020 für 6 Monate).

Für ausländische Kolleg*innen, die nicht sofort 6 Monate einplanen können, gibt es mit dem Format „Research Explorer Ruhr“ der UAR die Möglichkeit, 14 Tage im Sommer am KWI zu verbringen, um weitere Möglichkeiten auszuloten.
Details hier: https://www.research-academy-ruhr.de/rer.html sowie im angehängten Call.

Deadline für beide Calls ist der 1. März 2020.

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Dear colleagues,

in the appendix the call for the new international fellowship programme at the KWI (4 fellowships for 6 months from 1.10.2020).

For foreign colleagues who cannot immediately plan 6 months, the UAR’s „Research Explorer Ruhr“ format offers the opportunity to spend 14 days in summer at the KWI to explore further possibilities.Details here: https://www.research-academy-ruhr.de/rer.html and in the attached call.

Deadline for both calls is 1 March 2020.

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Symposium der 11. Darmstädter Tage der Fotografie

Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie

Einsendeschluss: 30. November 2019 Symposium am Samstag, 25. April 2020

Humor und Fotografie haben mehr Gemeinsamkeiten als vordergründig ersichtlich ist.Beide durchleuchten bestehende Verhältnisse, überspitzen Ereignisse und verarbeiten Erfahrungen aus einem eigens ausgewählten Blickwinkel. Fotografie visualisiert mit präziser Pointierung, skurrilen Perspektiven, konzentrierten Momenten oder einer eigenwilligen Inszenierung die Welt, in der wir leben. Erst durch eine entrückte Betrachtungsweise gewinnen wir neue Einsichten. Humor schaut charmant auf Alltägliches, skizziert mit leicht verschobenen Blick das Gegenteil, spielt mit vordergründigen Assoziationen – und Hintergründiges blitzt auf. Humor oder Satire im Bild können komische Situationen, überraschende Wendungen und unerwartete Widersprüche sichtbar machen. Die distanzierte oder verschobene Betrachtungsweise vermittelt uns neue Perspektiven – und im Idealfall lässt sich aus den unerwarteten Erkenntnissen gesellschaftliches Handeln ableiten. Sie machen in jedem Fall den Ernst des Lebens erträglicher und hinterfragen unsere Einstellungen, Werte und Vorurteile. Das Jahresthema wird traditionell auch immer im Rahmen eines Symposiums diskutiert.

Humoristische Bilder gab es von Beginn der Fotografie an – Tiere in menschlichen Posen, Porträts von Grimassen schneidenden Menschen, skurrile Inszenierungen als Karikatur einer Persönlichkeit. Mit den sozialen Medien und digitalen Bildbearbeitungstechnologien erleben diese Bilder einen neuen Boom. Eine humorvolle Haltung des/der Fotografen*in ist oft Voraussetzung, um den entscheidenden Moment einzufangen. Dennoch waren humoristische Fotografien bisher kaum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Witz und der Ironie im Bild ist gerade in Zeiten, in denen Satire zum Streitfall wird, angesagt. Das Symposium soll zum Jahresthema der Darmstädter Tage der Fotografie den Vorstoß unternehmen, das weite Feld der fotografischen Komik zu untersuchen.

Die Organisatoren laden hierfür Kunsthistoriker*innen und Fotowissenschaftler*innen, Soziologen*innen und Psychologen*innen sowie alle, die sich in dem Gebiet der Humorforschung bewegen, ein, die Funktionsweise von Humor in der Fotografie zu diskutieren.

Willkommen sind interdisziplinäre Vorträge u. a. zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie funktioniert Humor in Bildern: Gibt es allgemeine ästhetische Strategien und Darstellungsweisen?
  • Können klassische komiktheoretische Positionen aus Psychologie und Philosophie bei der Auseinandersetzung mit Fotos angewendet werden?
  • Schwarzer Humor: Dürfen Bilder über Krieg, Gewalt und Terror humoristisch sein?
  • Satirische Bilder im Netz: Wie werden mächtige Persönlichkeiten / Herrscher in den sozialen Medien satirisch in Szene gesetzt und Bilder hierfür retuschiert und manipuliert? Wie funktioniert dabei das Phänomen des Meme?
  • Skurrile Inszenierungen als Gesellschaftskritik: Beispiele aus der Foto- und Kunstgeschichte unter ästhetischer und historischer Betrachtung
  • Die Absurdität der Realität: Ästhetische Mechanismen im Bereich der dokumentarischen Fotografie
  • Wer lacht über welches Bild: Kann man gesellschaftliche Trennlinien anhand der Reaktionen auf humoristische Bilder (z.B. in sozialen Medien) erkennen?
  • Weiblicher vs. männlicher Humor: Lassen sich genderspezifische ästhetische Strategien (z.B. im Bereich der Werbung) erkennen?
  • Gesichtserkennung: Warum und wie programmiert man Kameras, damit sie lachende Menschen erkennen?
  • Lustige Algorithmen: Wie können Suchmaschinen humorvolle Bilder erkennen und welche Algorithmen liegen dem zu Grunde?

Weitere Themenvorschläge sind willkommen.

Die Ausschreibung richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktoranden*innen, Postdoktoranden*innen und Habilitierende) sowie an Kuratoren*innen, Wissenschaftler*innen, Fotografen*innen aus den Bereichen der Kunst- und Medienwissenschaft sowie Soziologie, Geschichte, Philosophie und angrenzenden Disziplinen.

Einsendeschluss: 30. November 2019

Bitte senden Sie schriftliche Vorschläge als Exposé mit max. 3.000 Zeichen in deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einer Kurzbiografie als Word-Datei an: symposium@dtdf.de

Das Exposé dient später auch als Grundlage für die Ankündigung des Vortrages im Programm der Darmstädter Tage der Fotografie.

Tagungssprachen sind deutsch und englisch. Vortragsdauer max. 30 Minuten mit anschließender Diskussion (ca. 15 Minuten). Die Vorträge werden aufgezeichnet und sollen anschließend in einer Publikation veröffentlicht werden.

Die Darmstädter Tage der Fotografie übernehmen Reise- und Hotelkosten (gemäß Reisekostenverordnung des Land Hessen, für maximal zwei Nächte). Eine Aufwandsentschädigung ist vorgesehen. Es ist eine Vorbesprechung mit den Referent*innen geplant.

Das Symposium findet am Samstag, 25. April 2020 von 10–18 Uhr in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Darmstadt statt. Im Anschluss wird es ein Get-together und Dinner für alle Beteiligten geben.

Weitere Informationen:

The Post-photographic Apparatus

International Conference
Lucerne University of Applied Sciences and Arts
14–15 Nov 2019

Post-photographic discourses have primarily focused on the transformations of photographic images. But if we understand photography also as an entanglement with a specific kind of apparatus, the question one has to ask ist: How this apparatus as much as our conception of it has changed?

The conference addresses this question from three perspectives: technologically, the digitization of cameras has turned them into computers with attached sensors, and former functions of the hardware are increasingly simulated by software. The construction of a camera nowadays requires less domain knowledge, which has enabled companies from different fields to introduce new camera models and disrupt a previously relatively stable ecosystem. At the same time, many artists have questioned the tool of their photographic practices by turning self-created cameras into artworks in their own rights. Finally, a theoretical critique of modernism (of which traditional photography has been an integral part), along with posthumanistic understandings of agency and technology, have helped to blur what used to be the separate concepts of the camera, photographer and image. Hence, cameras can no longer be understood as black boxes/cameras obscuras. We need to re-assess them as nodes in larger media ecological networks.

745 Viscosistadt
Room 745_055
Nylsuisseplatz 1
CH-6020 Luzern-Emmenbrücke

14 Nov 2019

10:30–11:00
Welcome and Introduction

11:00–11:30
Paul Wombell: “The Speculative Camera”
11:30–12:00
Ana Peraica: “Photograph for the Photograph’s Sake: Deliberation from Obligation to Represent in the Unhuman Photography”
12:00–12:30
Paul Proctor: “Virtually Actual”
12:30–13:00
Luke Skrebowski: “Seeing the Seeing Machines: The Politics of Machine Vision in Trevor Paglen’s Recent Work”

14:30–15:00
Birk Weiberg: “Cameras on the Sunset Strip: Intra-actions in Ed Ruscha’s Street Photography”
15:00–15:30
Yanai Toister: “Horizontal Against Vertical”
15:30–16:00
Catherine M. Weir: “Writing Images as Programs: Coding as a Challenge to the Program of the Camera Apparatus”

16:30–17:00
Elke Rentemeister: “Touching Desire”
17:00–17:30
Michal Šimůnek: “A Machine for Making Authenticity: Family Photography and Nonhuman Operators”
17:30–18:00
Annette Urban: “Screen Capturing and Tactile Manoeuvres: Artistic Post-Photographic Practices within the Virtual”

15 Nov 2019

9:30–10:00
Asko Lehmuskallio: “The Camera as a Focusing Medium”
10:00–10:30
Franz Hefele: “How to Shoot on iPhone: New Devices, (Un)familiar Challenges”
10:30–11:00
Rowan Lear: “In the Residue of Photography: Leaky Bodies and Polluted Waters”

11:30–12:00
Nancy Ann Roth: “Three Terms in Transition: Photography, Post-Photography and the Apparatus”
12:00–12:30
Cristina Moraru: “The Photographic Camera as a Disobedient Object in a ‘Parliament Of Things’”
12:30-13:00
Andrew Fisher: “The Post-photographic Apparatus: A ‘colossal and labyrinthine phototheque in whose depths stalks […] the prodigious image of our strangeness’”

image/con/text. Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs

Jenseits des Anspruchs an eine eindeutige Seh- und Lesbarkeit thematisiert eine Vielzahl aktueller dokumentarischer Diskurse ihre eigene Kontextualität als Voraussetzung von Bedeutungskonstitution und Wirksamkeit. Bedeutung stellt sich für sie über jeden Publikationskontext, mit jeder Rezeption, mit jeder Les- und Sichtart her, ist nicht fix, sondern fluid, zirkuliert und migriert. In der Kombination verschiedener Formen der Dokumentation und Zeugenschaft setzen aktuelle Projekte daher verstärkt auf Bild-Text-Kombinationen und deren Komplementarität. Dabei reflektieren sie, dass kein Dokument, kein Zeugnis von sich aus unmittelbare Evidenz vermitteln kann, sondern immer auch die Möglichkeit der Fiktion beinhaltet.
Über die Idee eines Vergleichs der Medien von Bild und Text hinaus möchte das Symposium die Gesamtheit und Komplexität der Relationen von Bild und Text in Projekten insbesondere aus dem Bereich Fotobuch, aber auch in Film, Multimedia, Comic und den Erzählformen des Archivs untersuchen. Ein Hauptaugenmerk gilt dabei der Frage, welche Auswirkungen die ‚Vernähung von Bild und Text‘ auf Konzeptionen von Zeugenschaft und Dokumentarismus hat. Kann die Idee der Komplementarität der Zeugnisse die Kluft zwischen Positionen absolutierter Wahrheit und Relativismus navigieren?

Das Symposium „image/con/text. Komplementäre Zeugnisse im dokumentarischen Diskurs“ findet am 29. und 30. Oktober 2019 in Hannover an der Fakultät III, Medien, Information und Design, der Hochschule Hannover statt.

CfP: Symposium 11. Darmstädter Tage der Fotografie

Thema: Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie

Einsendeschluss: 30. November 2019

Symposium am Samstag, 25. April 2020

Die Darmstädter Tage der Fotografie sind 2004 aus einer Initiative von Fotografen entstanden und werden ab 2019 vom Kunstforum der Technischen Universität Darmstadt organisiert. Inzwischen zählt das internationale Festival zu den wichtigsten deutschen Fotoereignissen. Es setzt relevante Themen und fördert den interdisziplinären Diskurs in der Fotografie.

Das nächste Festival findet im April 2020 in einem neu konzeptionierten Format statt. Die Laufzeit des Festivals wird zukünftig auf zehn Tage verlängert, das bewährte Konzept mit dem Fokus auf internationale Künstler und Institutionen weiterentwickelt. Das renommierte Format des Symposiums wird durch die öffentliche Ausschreibung erweitert und bietet somit vor allem Nachwuchswissenschaftlern*innen die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und zu diskutieren.

Über das Jahresthema:

Humor und Fotografie haben mehr Gemeinsamkeiten als vordergründig ersichtlich ist.Beide durchleuchten bestehende Verhältnisse, überspitzen Ereignisse und verarbeiten Erfahrungen aus einem eigens ausgewählten Blickwinkel. Fotografie visualisiert mit präziser Pointierung, skurrilen Perspektiven, konzentrierten Momenten oder einer eigenwilligen Inszenierung die Welt, in der wir leben. Erst durch eine entrückte Betrachtungsweise gewinnen wir neue Einsichten. Humor schaut charmant auf Alltägliches, skizziert mit leicht verschobenen Blick das Gegenteil, spielt mit vordergründigen Assoziationen – und Hintergründiges blitzt auf. Humor oder Satire im Bild können komische Situationen, überraschende Wendungen und unerwartete Widersprüche sichtbar machen. Die distanzierte oder verschobene Betrachtungsweise vermittelt uns neue Perspektiven – und im Idealfall lässt sich aus den unerwarteten Erkenntnissen gesellschaftliches Handeln ableiten. Sie machen in jedem Fall den Ernst des Lebens erträglicher und hinterfragen unsere Einstellungen, Werte und Vorurteile. Das Jahresthema wird traditionell auch immer im Rahmen eines Symposiums diskutiert. 

Ausschreibung zum Symposium

Humoristische Bilder gab es von Beginn der Fotografie an – Tiere in menschlichen Posen, Porträts von Grimassen schneidenden Menschen, skurrile Inszenierungen als Karikatur einer Persönlichkeit.  Mit den sozialen Medien und digitalen Bildbearbeitungstechnologien erleben diese Bilder einen neuen Boom. Eine humorvolle Haltung des/der Fotografen*in ist oft Voraussetzung, um den entscheidenden Moment einzufangen. Dennoch waren humoristische Fotografien bisher kaum Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Witz und der Ironie im Bild ist gerade in Zeiten, in denen Satire zum Streitfall wird, angesagt. Das Symposium soll zum Jahresthema der Darmstädter Tage der Fotografie den Vorstoß unternehmen, das weite Feld der fotografischen Komik zu untersuchen.

Die Organisatoren laden hierfür Kunsthistoriker*innen und Fotowissenschaftler*innen, Soziologen*innen und Psychologen*innen sowie alle, die sich in dem Gebiet der Humorforschung bewegen, ein, die Funktionsweise von Humor in der Fotografie zu diskutieren.

Willkommen sind interdisziplinäre Vorträge u.a. zu folgenden Fragestellungen:

  • Wie funktioniert Humor in Bildern: Gibt es allgemeine ästhetische Strategien und Darstellungsweisen?
  • Können klassische komiktheoretische Positionen aus Psychologie und Philosophie bei der Auseinandersetzung mit Fotos angewendet werden?
  • Schwarzer Humor: Dürfen Bilder über Krieg, Gewalt und Terror humoristisch sein? 
  • Satirische Bilder im Netz: Wie werden mächtige Persönlichkeiten / Herrscher in den sozialen Medien satirisch in Szene gesetzt und Bilder hierfür retuschiert und manipuliert? Wie funktioniert dabei das Phänomen des Meme?
  • Skurrile Inszenierungen als Gesellschaftskritik: Beispiele aus der Foto- und Kunstgeschichte unter ästhetischer und historischer Betrachtung
  • Die Absurdität der Realität: Ästhetische Mechanismen im Bereich der dokumentarischen Fotografie
  • Wer lacht über welches Bild: Kann man gesellschaftliche Trennlinien anhand der Reaktionen  auf humoristische Bilder (z.B. in sozialen Medien) erkennen?
  • Weiblicher vs. männlicher Humor: Lassen sich genderspezifische ästhetische Strategien (z.B. im Bereich der Werbung) erkennen?
  • Gesichtserkennung: Warum und wie programmiert man Kameras, damit sie lachende Menschen erkennen?
  • Lustige Algorithmen: Wie können Suchmaschinen humorvolle Bilder erkennen und welche Algorithmen liegen dem zu Grunde?

Weitere Themenvorschläge sind willkommen.

Die Ausschreibung richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Doktoranden*innen, Postdoktoranden*innen und Habilitierende) sowie an Kuratoren*innen, Wissenschaftler*innen, Fotografen*innen aus den Bereichen der Kunst- und Medienwissenschaft sowie Soziologie, Geschichte, Philosophie und angrenzenden Disziplinen.

Bitte senden Sie schriftliche Vorschläge als Exposé mit max. 3.000 Zeichen in deutscher oder englischer Sprache zusammen mit einer Kurzbiografie als Word-Datei an symposium@dtdf.de

Einsendeschluss: 30. November 2019

Das Exposé dient später auch als Grundlage für die Ankündigung des Vortrages im Programm der Darmstädter Tage der Fotografie. 

Tagungssprachen sind Deutsch und Englisch. Vortragsdauer max. 30 Minuten mit anschließender Diskussion (ca. 15 Minuten). Die Vorträge werden aufgezeichnet und sollen anschließend in einer Publikation veröffentlicht werden.

Die Darmstädter Tage der Fotografie übernehmen Reise- und Hotelkosten (gemäß Reisekostenverordnung des Land Hessen, für maximal zwei Nächte). Eine Aufwandsentschädigung ist vorgesehen. Es ist eine Vorbesprechung mit den Referent*innen geplant.

Das Symposium findet am Samstag, 25. April 2020 von 10–18 Uhr in den Räumlichkeiten der Technischen Universität Darmstadt statt. Im Anschluss wird es ein Get-together und Dinner für alle Beteiligten geben.

Weitere Auskünfte: Sylvia Ballhause & Albrecht Haag, symposium@dtdf.de

CfP: 33. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium

Braunschweig, 11.-13.03.2020, Einreichung bis 31.12.2019
Veranstaltungsort: Hochschule für Bildende Künste Braunschweig

Das 33. Film- und Fernsehwissenschaftliche Kolloquium (FFK) wird vom 11.-13.03.2020 an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig (HBK) stattfinden. Das Kolloquium wird vom Mittelbau des an der HBK angesiedelten Instituts für Medienwissenschaft veranstaltet.

Das Film- und Fernsehwissenschaftliche Kolloquium ist eine nicht institutionalisierte, fachwissenschaftliche Tagung, die seit 1988 besteht und jedes Jahr an einer anderen Universität organisiert wird. Im Fokus des FFK stehen vor allem aktuelle Forschungstendenzen aus dem akademischen Mittelbau, die zur Weiterentwicklung medien(kultur)wissenschaftlicher Themenstellungen beitragen sollen. Insbesondere Masterstudierende, Promovierende und PostDocs sind eingeladen, ihre Forschungsthemen und derzeitigen Projekte – wie Master- und Magisterarbeiten, Dissertationen, Drittmittel-Projekte, Post-Doc-Studien, Habilitationen etc. – zur Diskussion zu stellen.

Dieses Jahr möchten wir, neben Film- und Fernsehwissenschaften, auch viele andere Bereiche der Medienwissenschaft erreichen. Zudem ist das FFK stets offen für neue und experimentelle Denk- und Arbeitsweisen und möchte auch diejenigen einladen, die sich an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Kunst bewegen und wissenschaftlich-künstlerisch oder künstlerisch forschend arbeiten. Der Call for Papers (CfP) erfolgt daher ohne thematischen Bindung, wodurch insbesondere ein interdisziplinärer Austausch befördert werden soll. 

In unserem Selbstverständnis als Organisator*innen wollen wir Wissenschaftler*innen bestärken Beiträge einzureichen, die sich mit medien(wissenschaftlich)-politischen, gesellschaftskritischen Themen beschäftigen. Insbesondere betrifft dies Forschungsvorhaben, die in den Bereichen der Gender/Queer/Postcolonial/Dis_ability Media Studies angesiedelt sind, und/oder sich mit Themen wie Class oder Capitalism (u.a.) beschäftigen.

Eingereicht werden können: Einzelvorträge, vorab konzipierte Panels mit aufeinander abgestimmten Vortragsthemen sowie Workshops und sonstige alternative Formate. Die Sprechzeit für Vorträge beträgt 20 Minuten (inkl. Filmausschnitten usw.). Je Panel (zwei bzw. drei Vorträge) wird inkl. Diskussionszeit ein Zeitfenster von 80 bzw. 120 Minuten angesetzt, wobei Gestaltung und Zeiteinteilung den Panel-Organisator*innen obliegen (in Rücksprache mit den Vortragenden). Organisator*innen von Workshops und alternativen Formaten geben bei der Anmeldung bitte das gewünschte Zeitfenster an (80 oder 120 Minuten). Die Sprechzeit für Vorträge beträgt 20 Minuten (inkl. Filmausschnitten usw.). Je Panel (zwei bzw. drei Vorträge) wird inkl. Diskussionszeit ein Zeitfenster von 80 bzw. 120 Minuten angesetzt, wobei Gestaltung und Zeiteinteilung den Panel-Organisator*innen obliegen (in Rücksprache mit den Vortragenden). Organisator*innen von Workshops und alternativen Formaten geben bei der Anmeldung bitte das gewünschte Zeitfenster an (80 oder 120 Minuten).

Anmeldung 

• Für Vortragende: Anmeldung unter Angabe der persönlichen Daten (Name, ggf. institutionelle Anbindung, Kontaktdaten), einer Kurzbiografie (max. 500 Zeichen, inkl. Leerzeichen) sowie einem Abstract (Vortragstitel und kurze Inhaltsübersicht, max. 2.000 Zeichen, inkl. Leerzeichen) 

• Für Panels: Anmeldung unter Angabe der persönlichen Daten der beteiligten Vortragenden, einer für das Panel verantwortlichen Ansprechperson, ggf. einer_einem Moderator*in sowie einem Panelabstract (max. 3.500 Zeichen, inkl. Leerzeichen) 

• Für Workshops und alternative Formate: Anmeldung unter Angabe eines Titels, der persönlichen Daten der Beteiligten, einer für den Workshop/das Format verantwortlichen Ansprechperson sowie einem Abstract (kurze inhaltliche und ggf. organisatorische Beschreibung, max. 3.500 Zeichen, inkl. Leerzeichen) 

• Teilnehmende ohne Vortrag: Anmeldung bitte unter Angabe der persönlichen Daten.

Einreichungen an: ffk33@hbk-bs.de bis zum 31.12.2019

Mehr Informationen zum Call for Paper, dem Kolloquium und der HBK Braunschweig finden sich unter ffk33.hbk-bs.de – alternativ findet ihr uns auch auf bekannten Plattformen unter facebook.com/ffk2020 sowie twitter.com/ffk2020.

Wir freuen uns schon darauf, euch im März 2020 an der HBK Braunschweig begrüßen zu dürfen und sind auf eure Einreichungen gespannt!

Franziska Wagner, Jasmin Kathöfer, Tim Glaser und Ingo Bednarek

CfP: The Post-photographic Apparatus

Lucerne University of Applied Sciences and Arts
14–15 Nov 2019
Deadline: 31 Aug 2019

Previous post-photographic discourses have primarily focused on the transformations of photographic images. In the framework of our research on post-photographic practices, we invite academics and practitioners to adopt a different approach here and assume that photography is not primarily a technique to produce images, but rather an entanglement with a specific kind of apparatus. Against the background of growing complexity of media practices, our question is: has the very apparatus as much as our conception of it changed?

The workshop wants to address this question from three perspectives: technologically, the digitization of cameras has turned them into computers with attached sensors, and former functions of the hardware are increasingly simulated by software. The construction of a camera nowadays requires less domain knowledge, which has enabled companies from different fields to introduce new camera models and disrupt a previously relatively stable ecosystem. At the same time, many artists have questioned the tool of their photographic practices by turning self-created cameras into artworks in their own rights. Artists like Trevor Paglen (“seeing machines”), Hito Steyerl (“proxy politics”), Aïm Deüelle Lüski (“threshold as place”) and David Claerbout (“dark optics”) have also been driving forces in the discussion of post-photographic cameras. Finally, a theoretical critique of modernism (of which traditional photography has been an integral part), along with posthumanistic understandings of agency and technology (Karen Barad, Donna Haraway, Bruno Latour), have helped to blur what used to be the separate concepts of the camera, photographer and image. Hence, cameras can no longer be understood as black boxes/cameras obscuras. We need to re-assess them as nodes in larger media ecological networks.

We welcome papers by researchers and artists on topics including, but not limited to:

  • Artistic practices involving camera constructions, modifications or dissolutions
  • New camera concepts and photographic practices in everyday life
  • Media archaeologies of the camera
  • The photographer’s body as a counterpart to the camera
  • The camera in posthuman photography
  • Theoretical approaches to the changing concepts of medium and authorship

The workshop is organized by the SNF research group Post-photographyat the Lucerne University of Applied Sciences and Arts. The conference language is English. Paper proposals (abstract of up to 300 words and CV) for 20-minute talks should be sent to birk.weiberg@hslu.ch by 31 Aug 2019. Accommodation and travel allowance will be provided. 

For any inquiries, please contact:
Birk Weiberg, birk.weiberg@hslu.ch
Wolfgang Brückle, wolfgang.brueckle@hslu.ch

For the SNSF Post-photography research group, see https://blog.hslu.ch/postphotography

Workshop: Photography, Writing, Letterpress (13.-14.03.19, Marburg)

Photography, Writing, Letterpress
13.‒14.03.2019, Philipps-Universität Marburg

Although both being visual media, printed texts and photographs are generally perceived as being very different, if not opposed, in character. Print is seen as a standardized and easily reproducible form of writing; writing, in turn, is considered as a convention-based durable translation of speech, of thoughts and observations into an abstract visual code. Photography, on the other hand, is understood as a physical imprint of light, as a perceptually accessible trace of the scene it depicts, and is therefore seen, at least to a certain extent, as a medium of realism, truth and objectivity. Their complex relationship and its range of phenomena renders scientific research on this topic not only appealing, but also extremely challenging. The workshop encourages an interdisciplinary exchange in order to discuss possible answers to the primary question how this relationship can be addressed methodologically.

Please, find the complete abstract and program behind the link:

The workshop is organized by Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte ‒ Bildarchiv Foto Marburg and subproject 5 of the DFG research unit 2288 »Journal Literature.

If you wish to participate, please send an e-mail to journale@staff.uni-marburg.de to receive the text reader and to register for the workshop.

Conference Image Net/Works

Image Net/Works is a conference organised by Lucerne University of Applied Arts and Sciences in collaboration with Fotomuseum Winterthur to tackle issues related to photography’s changing role in the context of contemporary political­economic systems.

Photographic media have become central to the productive activities of today’s digital economy. Discourses around immaterial and digital labour have attempted to develop new models to address increasingly complex modes of production tied to global digital networks. Various approaches in media theory have explored new forms of photographic production, describing new relations between photographers and the apparatus, as well as images and viewers. The discourse on the changing nature of labour is tightly connected to the role that photographic media, in their algorithmic and networked form, play in a society where information technology has become a dominant force. So far photography has received little attention beyond wider and more general reflections about media’s role as digital commodities and the internet as a playground for cognitive labour.

Image Net/Works will attempt to connect these separate but overlapping discourses. The conference will specifically focus on images and the associated economies of looking, producing and sharing. It will investigate contemporary and historical modes of photographic production and forms of labour that are connected to the computational exchange of pictures, the harvesting of attention, new kinds of image value and photography’s various roles in the current economic system.

The conference is an integral part of the SITUATIONS programme at Fotomuseum Winterthur and part of the HSLU Post­Photography research project. It will take place in the context of the exhibition SITUATIONS/To look is to labor (opening 7 December at 6 pm).

Programme

10:00–10:15 Welcome and introduction

10:15–11:00 Nicolas Malevé, “Machine Glancing”
11:00–11:45 Olga Moskatova, “Living Photographs: On Parasitic GIF(t) Economies”
11:45–12:30 Yanai Toister, “Photography: Love’s Labour’s Lost”

12:30–13:45 Lunch break

13:45–14:30 Rowan Lear, “A Profitable Habit: Photographing as Second Nature and Reproductive Labour”
14:30–15:15 Marco De Mutiis, “The Photographer as Player as Worker”

15:15–15:45 Coffee break

15:45–16:30 Jonathan Beller, “The Derivative Condition”
16:30–17:15 Ingrid Hölzl, “IMAGE­-TRANSACTION: The Image as a Lure”
17:15–18:00 Sebastian Schmieg, “Humans As Software Extension”

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