Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital – Panel der AG Fotografieforschung

Unter dem Titel „Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital“ findet das Panel der AG Fotografieforschung auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medienwissenschaft statt. Das Panel sowie die AG-Sitzung finden am 26. September ab 13:00 Uhr an der Universität zu Köln statt.

Die Fotografie ist in besonderer Weise für die Problematisierung von Materialitätsfragen prädestiniert. Wie Vivian Sobchak konstatierte, kennzeichnet sie die „besondere Struktur von Objektivation und Besitz“, mit anderen Worten Materialität in einem sehr wörtlichen Sinn. 

Die Digitalisierung und die zunehmende Marginalisierung analoger fotografischer Verfahren wurden vor diesem Hintergrund als Prozess der Immaterialisierung empfunden. Entsprechend skeptisch wurde „das Digitale“ in der Fotografietheorie der 1990er und 2000er Jahre wahrgenommen. Mit dem (vermeintlichen) Verlust der materiellen fotochemischen Basis schien auch der Wirklichkeitsbezug fotografischer Bilder grundsätzlich in Frage gestellt, das „Ende des fotografischen Zeitalters“ unumkehrbar. Tatsächlich wurde die materielle Infrastruktur analoger Fotopraktiken weitgehend dezimiert: Zahlreiche Fabriken, Labore und Reparaturwerkstätten wurden geschlossen oder umgewidmet. Der akademische Diskurs über die Fotografie hat sich in der letzten Dekade zunehmend von den traditionellen ontologischen Perspektiven verabschiedet und vermehrt neue fotografische Praktiken und Ökonomien fokussiert, die es nun wiederum kritisch zu reflektieren gilt. 

Ziel des Panels der AG Fotografieforschung ist es, die klassischen Dichotomien von materiellen analogen Bildern und immateriellen digitalen Bildern zur Disposition zu stellen, da diese der Komplexität und Dynamik aktueller wie historischer fotografischer Praxis nicht gerecht werden. Die einzelnen Vorträge gehen von Fragen der immateriellen Anteile an der Produktion von Fotografie aus, thematisieren ihre Speicherung sowie ihre materiale Erscheinung. Ausgehend von einer Re-Evaluation zentraler Begriffe der Fotografietheorie stehen die zahlreichen hybriden Formen des Fotografischen im Fokus.

Panel der AG-Fotografieforschung: Fotografische Materialität jenseits von Analog und Digital

Zeit: 26.09.2019, 13.00 – 15.00
Ort: Seminarraum S 58, Philosophikum; 60 Plätze

Chairs: Maria Männig (KIT, Karlsruhe), Dominik Schrey (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) mit Vorträgen von:

Dr. Michalis Valaouris (Düsseldorf)

Das eidolon der Kamera: Bemerkung über die fotografische Bildwerdung

Jasmin Kathöfer M.A. (HBK Braunschweig)

Das WIE des Index – zur Ausdifferenzierung der unterschiedlichen Indexikalitäten der Fotografie

Prof. Dr. Margarete Pratschke (HU Berlin)

Spinning toward the future? Zur fotografischen Materialität historischer Bildersammlungen auf Laserdisks

Marie-Kathrin Blanck, M.A. (V&A, London)

Wenn das Papier knapp wird: sich auflösende materielle Techniken im digitalen Zeitalter

Treffen der AG Fotografieforschung

Zeit: 26.09.2019, 16.30 – 17.30
Ort: Hörsaal H 80, Philosophikum; 159 Plätze
Daniel Bühler, Jens Ruchatz

Weitere Informationen zum Programm und zur Konferenzteilnahme finden sich unter: https://gfm2019.de.

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